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Afrika

Sudan soll mit Satellit überwacht werden

Helfen, einen Völkermord im Sudan zu verhindern: Das will auch der US-Schauspieler George Clooney. Er organisiert deshalb mit der UN und weiteren Helfern eine Satellitenüberwachung des Landes.

Porträt Clooney (Foto: AP)

George Clooney engagiert sich schon seit längerem für den Sudan

Aus Sorge vor neuer Gewalt im Sudan hat Hollywoodstar George Clooney zusammen mit den Vereinten Nationen und dem Internetkonzern Google eine Satelliten-Überwachung in der Grenzregion gestartet. Zwei Wochen vor dem Volksentscheid über die Unabhängigkeit des Südsudans kündigte Clooney am Mittwoch (29.12.2010) auf der Internetseite des "Satellite Sentinel Project" an, die Grenze zum vorwiegend arabischen Norden solle per Satellit kontrolliert werden, um mögliche Anzeichen von Gewalt zu dokumentieren.

Wahlzettel für das Referendum im Sudan: eine Hand bdeutet, Sudan soll nicht geteilt werden. Zwei Hände: Sudan wird geteilt (Foto: AP)

Der Wahlzettel für das Referendum: Symbole für die Wahlmöglichkeiten

Abstimmung über Unabhängigkeit

Im Südsudan wird am 9. Januar über die Unabhängigkeit vom Norden des Landes abgestimmt. Die Abstimmung ist der Höhepunkt eines Ende 2005 begonnenen Friedensprozesses, der den zwei Jahrzehnte dauernden Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden des Sudan beendet hatte. Politiker, Diplomaten und Menschenrechtsorganisationen fürchten, dass sich an dem Referendum neue Gewalt entzünden wird und dass der Norden eine Loslösung des öl- und rohstoffreichen Südens nicht tatenlos hinnehmen wird. "Potenzielle Verursacher eines Völkermordes und anderer Kriegsverbrechen sollen wissen, dass wir sie beobachten, dass alle Welt ihnen zusieht", erklärte Clooney zum Start des Projektes. "Es wird ihnen schwerer fallen, Gewalttaten unter den Augen der Medien zu begehen."

Das Projekt will kommerzielle Satelliten nutzen. Aufnahmen von möglichen Truppenbewegungen, Übergriffen, brennenden Dörfern und Flüchtlingsströmen sollen von den Vereinten Nationen über UNOSAT gesammelt, analysiert und im Internet mit aktuellen Berichten zur Verfügung gestellt werden. Das Vorhaben ist das erste seiner Art, das Grenzstreitigkeiten, gewaltsame Übergriffe und Kriegsverbrechen aller Welt fast in Echtzeit vorführen würde.

UN, Google und eine Schauspielerinitiative

Frauen stehen Schlange in einem Flüchtlingslager (Foto: AP)

Noch immer gibt es unzählige Flüchtlinge im Land

Die Aktion wird von den Vereinten Nationen, dem Unternehmen Google, mehreren Hilfsorganisationen und einer Initiative von Hollywoodstars getragen. Zu ihren Mitbegründern gehören Don Cheadle, Matt Damon, Brad Pitt, David Pressman und Jerry Weintraub. Die Website www.satsentinel.org unterstützt die Aktion. Das System stützt sich auf Kartenmaterial von Google, um rechtzeitig auf besorgniserregende Entwicklungen in der Region hinzuweisen.

Derweil teilten die Vereinten Nationen in New York mit, dass sie Wahlzettel für vier Millionen Wähler im Süden des Sudans auf den Weg gebracht haben. Darauf steht die Abbildung zweier verschränkter Hände für den Erhalt eines gemeinsamen sudanesischen Staates. Eine Hand symbolisiert die Aufteilung des Sudans in zwei unabhängige politische Einheiten.

Autorin: Annamaria Sigrist (dpa, afp, KNA)
Redaktion: Martin Schrader

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