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Sudan: Medienentwicklung vor dem Referendum

Im Januar entscheiden die Bewohner des Südsudan über die Unabhängigkeit vom Norden des Landes. Wie professionell Medien über das geplante Referendum berichten, spielt im Vorfeld eine entscheidende Rolle.

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Den meisten Prognosen zufolge wird die Mehrheit der Südsudanesen für die Unabhängigkeit vom Norden des Sudan votieren. Doch auch nach dem Referendum werden zwischen beiden Landesteilen noch immer zahlreiche Streitfragen offen bleiben. Das größte Problem ist der ungeklärte Grenzverlauf und damit auch der Zugriff auf die enormen Ölvorkommen. Selbst ein Wiederaufflammen des Bürgerkriegs zwischen Nord- und Südsudan, aber auch unter den Ethnien des Südens, wird nicht mehr ausgeschlossen.

04.2010 DW-AKADEMIE Medienentwicklung Nahost/ Nordafrika Sudan Radiojournalisten 2010

In dieser Situation ist eine professionelle, unabhängige und faire Berichterstattung im wichtigsten Informationsmedium, dem Radio, besonders gefordert. Dies gilt vor allem abseits der Hauptstadt Juba in den Bundesstaaten des Südens. Die DW-AKADEMIE hat Journalisten von Lokalradios aus allen Landesteilen dabei unterstützt, in Konfliktsituationen verantwortungsvoll zu berichten und so gezielt Eskalationen entgegenzuwirken.

Ein zweites Trainerteam arbeitete zeitgleich mit den Lokaldirektoren des Informationsministeriums der wichtigsten Bundesstaaten. Ziel war es, professionelle Verfahren und Standards für den Umgang mit Medien zu etablieren. „Medien werden in dieser angespannten Lage schnell als Störer und Unruhestifter wahrgenommen“, sagt Tilman Rascher, Leiter des Bereichs Nahost und Nordafrika der DW-AKADEMIE.

Bei gemeinsamen Trainingseinheiten hätten Journalisten und Lokaldirektoren des Ministeriums Gelegenheit gehabt, die neuen Erkenntnisse zu praktizieren und Kontakte zu knüpfen. „Die Journalisten haben erkannt, dass die Direktoren Ansprechpartner und potentielle Türöffner in der Region sind. Und die Direktoren haben Vorbehalte gegenüber den Medien abgebaut und erfahren, welche Chancen Lokalradios bieten können“, so Rascher.

Im nächsten Jahr sollen in diesen Prozess auch Vertreter lokaler Nichtregierungsorganisationen eingebunden werden. „Für uns ist das ein weiterer Schritt in die richtige Richtung: Weg von reiner Medienarbeit hin zu nachhaltiger Medienentwicklung“, so Rascher.

Gleichzeitig setze die DW-AKADEMIE ihre Arbeit beim Staatssender Southern Sudan Radio (SSR) fort. Mit Erfolg: das neue politische Hintergrundmagazin „Forum“ hat jetzt einen festen Platz im Programm von SSR. Kurz vor dem Referendum unterstützen Trainer der DW-AKADEMIE die Redakteure und Reporter des Radiomagazins noch einmal mit einem On-the-Job-Training.

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