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Welt

Sudan beschäftigt Gipfel der AU

Der blutige Grenzstreit zwischen Sudan und Südsudan ist ein zentrales Thema beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union. UN-Generalsekretär Ban fordert mehr Engagement der afrikanischen Staaten.

Hauptquartier der der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba (Foto: dpa)

Das neue Hauptquartier in Addis Abeba wurde von China spendiert

Bei dem Treffen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba sprach UN-Generalsekretär Ban Ki Moon von einer "ernsthaften Gefahr für den Frieden und die Sicherheit". Je länger die bestehenden Probleme ungelöst blieben, desto schlimmer werde die Krise.

Die versammelten afrikanischen Staats- und Regierungschefs, die zum jährlichen Gipfeltreffen der Afrikanischen Union zusammengekommen waren, forderte er auf, mehr Einsatz bei der Bewältigung afrikanischer Belange zu zeigen.

Kompromiss gesucht

Die beiden Staatschefs von Sudan und Südsudan, Omar al-Baschir und Salva Kiir, rief Ban auf, Kompromisse einzugehen. Nach der Teilung des Sudan im Juli 2011 ist immer noch nicht klar, zu welchem Land verschiedene Grenzgebiete gehören sollen. Ein geplantes Referendum, das zu einer friedlichen Lösung führen könnte, gab es bislang nicht.

Ban Ki Moon (vorn) (Foto: REUTERS)

Ban sieht den Frieden und die Sicherheit ernsthaft bedroht

Auch der nicht geklärte Umgang mit den Einnahmen aus der Ölproduktion schürt den Konflikt. Der Südsudan verfügt über rund Dreiviertel der Ölförderung des ehemaligen Gesamtstaates. Doch für den Export ins Ausland ist er auf die Pipelines der Republik Sudan angewiesen.

Südsudan dreht den Ölhahn zu

Im Streit über die Höhe der Transitgebühren stellte der Süden jetzt die Produktion vollständig ein. Das Rohöl solle erst wieder fließen, wenn es eine umfassende Einigung gebe, erklärte die Regierung in Juba. Der Norden hatte zuletzt Öl mit der Begründung beschlagnahmt, dies sei der Ersatz für entgangene Gebühren. Die Ölproduktion ist der wichtigste Wirtschaftszweig beider Länder. Der größte Teil wird nach China exportiert.

Obendrein gerieten in der Grenzregion Süd-Kordofan chinesische Arbeiter in die Gewalt von Aufständischen. Die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLM-N) gab an, 29 chinesische Arbeiter eines Straßenbauprojekts in ihre Gewalt gebracht zu haben.

Vorwürfe aus Khartoum

Die Region, die an Südsudan grenzt, wird seit Monaten von Kämpfen erschüttert. Die Regierung in Khartoum beschuldigt den Süden, die Rebellen zu unterstützen, die den Sturz von Präsident Baschir anstreben.

Ein weiteres Gipfel-Thema ist die Lage in Somalia sowie die Ankurbelung des innerafrikanischen Handels. Unter anderem soll ein Fahrplan diskutiert werden, der auf die Bildung einer Freihandelszone bis 2017 hinausläuft.

Neues Hauptquartier eingeweiht

Das zweitägige Treffen findet erstmals im neuen AU-Hauptquartier statt. Das 200 Millionen Dollar (152 Millionen Euro) teure Gebäude war komplett von China finanziert und bei einer feierlichen Zeremonie eingeweiht worden. Mit rund 100 Metern Höhe ist der Turm mit angrenzendem Konferenzzentrum der derzeit höchste Bau in Addis Abeba.

uh/wl (dpa,rtr,dapd)