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Aktuell Europa

Suche nach Unglücksopfern im Hafen von Genua

Nach der Kollision eines Containerschiffs mit einem Kontrollturm im Hafen von Genua laufen die Bergungsarbeiten auf Hochtouren. Bislang konnten sieben Tote geborgen werden. Mehrere Hafenmitarbeiter werden noch vermisst.

Von einem Mobiltelefon aus war in der Nacht ein Notruf aus den Trümmern des Kontrollturms abgesetzt worden. Doch die Verbindung wurde unterbrochen, bevor das Handy geortet werden konnte. Zunächst hatten die Rettungskräfte drei Tote aus dem Aufzug des eingestürzten Towers geborgen.

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Tote bei Schiffsunglück in Genua

Nach Berichten der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurden später drei weitere Tote gefunden. Vier Hafenmitarbeiter wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Drei Personen werden noch vermisst. Alle hatten in dem Kontrollturm gearbeitet, der nach dem Zusammenstoß zunächst zur Seite kippte und dann zusammenbrach.

Warum das Containerschiff "Jolly Nero" am späten Dienstagabend vom Kurs abkam und den 54 Meter hohen Turm rammte, ist noch völlig unklar. Die Zeitung "Il Secolo XIX" zitiert den Kapitän mit den Worten, anscheinend seien zwei Motoren ausgefallen, und die Mannschaft habe die Kontrolle über das Schiff verloren.

Schichtwechsel im Tower

Das Unglück ereignete sich, als auf dem Tower gerade Schichtwechsel war, so dass besonders viele Lotsen und Beamte der Küstenwache sich in dem Gebäude aufhielten.

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Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte das Schiff und eröffnete ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung. Der Kapitän und andere Beteiligte sollen befragt werden.

"Die Wetterbedingungen waren perfekt, es gab keinen Wind, keine anderen Schiffe waren unterwegs, es war ein absolutes Routine-Manöver", so die Einschätzung des Chefs der Hafen-Behörde, Luigi Merlo, in einem Interview der Tageszeitung "La Repubblica". Laut den Berichten besteht wenig Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden.

uh/SC (dpa,afp)

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