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Aktuell Welt

Suche nach Kontaktpersonen des Ebola-Patienten in Texas

Erstmals während der aktuellen Epidemie ist bei einem Patienten außerhalb von Afrika Ebola diagnostiziert worden. Jetzt werden in den USA Personen gesucht, die mit dem Mann Kontakt hatten. Die Behörden warnen vor Panik.

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Tropenmediziner Schmidt-Chanasit zur Ebola-Gefahr

Nach der ersten Ebola-Diagnose bei einem Patienten in den USA gehen die Behörden im Bundesstaat Texas einem möglichen Verdachtsfall nach. "Es könnte einen weiteren Fall im direkten Umfeld des Patienten geben", sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde von Dallas County, Zachary Thompson, einem lokalen TV-Sender. Die Lage sei ernst, die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus begrenze sich nach derzeitigen Erkenntnissen aber auf "Angehörige und enge Freunde".

Sicher ist inzwischen, dass der Ebola-Patient in Texas Kontakt mit mehreren Kindern gehabt hat. Die Schulbehörde des amerikanischen Bundesstaates teilte mit, fünf Kinder aus vier verschiedenen Schulen seien mit dem Infizierten vor dessen Einweisung auf die Isolierstation in Kontakt gekommen. Die Kinder seien unter Beobachtung gestellt worden, zeigten bislang aber keine Symptome.

Aus Liberia eingereist

Der Mann, dessen Nationalität nicht mitgeteilt wurde, war am 20. September zu einem Familienbesuch in Texas eingetroffen. Er kam aus dem westafrikanischen Liberia, wo Ebola seit Monaten grassiert. Einige Tage nach der Einreise in die USA entwickelte der Mann die für Ebola typischen Krankheitssymptome und wurde in das Krankenhaus "Texas Health Presbyterian Hospital" in Dallas (Artikelbild) eingeliefert. Dort liegt er auf der Isolierstation, sein Zustand ist kritisch.

Wie die Regierung Liberias mitteilte, ist der Mann auf seiner Reise nach Texas in der belgischen Hauptstadt Brüssel zwischengelandet. Bei seinem Abflug am 19. September habe der Mann kein Fieber gehabt und keine Ebola-Symptome gezeigt. Die Behörden in den USA - und auch Experten in Deutschland - gehen deshalb davon aus, dass er während des Fluges niemanden angesteckt hat.

Experten beruhigen

Der CDC-Chef Tom Frieden, wies darauf hin, dass sich das Virus nur über Körperflüssigkeiten überträgt und Ebola-Patienten erst dann ansteckend sind, wenn sie die typischen Symptome aufweisen. Die Gesundheitsbehörde warnte zugleich vor Hysterie. "Es ist uns klar, dass schon ein einzelner Fall Sorgen bereitet, aber wir sind darauf vorbereitet."

Auch der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, versuchte, die Amerikaner zu beruhigen. "Hier in den USA können Sie Ebola nicht durch die Luft, nicht durch Wasser und nicht durch Essen bekommen", sagte er in einem TV-Interview. Nur der direkte Kontakt zu Körperflüssigkeiten von Infizierten sei ansteckend. "Wir wissen exakt, was wir tun müssen, um die Ausbreitung von Ebola zu verhindern", betonte der Präsidentensprecher.

Liberia ist das von der Ebola-Epidemie am stärksten betroffene Land. Auch in Guinea und Sierra Leone grassiert die Seuche. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt die Zahl der Toten mit 3091 bei insgesamt mehr als 6500 Erkrankten an.

Berlin beruft Ebola-Beauftragten

Die Bundesregierung in Berlin berief den Afrika-erfahrenen Diplomaten Walter Lindner zum Ebola-Beauftragten. Er ist derzeit deutscher Botschafter in Venezuela. Als Ebola-Beauftragter soll Lindner künftig die deutschen Bemühungen im Kampf gegen die Epidemie in Westafrika koordinieren.

Anfang 2015 sollen mindestens 1500 Dosen eines experimentellen Ebola-Impfstoffes für medizinisches Personal und andere Helfer in Westafrika eingesetzt werden. Dies gab die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt. Kanada spendete der Genfer UN-Behörde die Substanz, die erstmals in den kommenden Tagen in den USA an gesunden Probanden getestet werden soll. Tests mit einem zweiten erfolgversprechenden Impfstoff laufen bereits seit September in den USA und Großbritannien.

wl/haz (afp, dpa, rtr)

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