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Politik

Suche nach einem Unbekannten

Er ist einer der meistgesuchten Männer der Welt. Aber kaum jemand weiß, wie Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar aussieht. Auch wo die Jagd nach ihm am ehesten Erfolg versprechen könnte, darüber rätseln die Verfolger.

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Mullah Mohammed Omar

Als die Taliban ihre letzte Hochburg Kandahar verließen, gab es von Omar keine Spur. Und Verstecke für ihn gibt es Geheimdienstlern zufolge in den Bergen Afghanistans zuhauf. "Wir wissen schlicht nicht, wo Omar ist", räumte der Befehlshaber des Aghanistan-Einsatzes, General Tommy Franks, ein. Auch der designierte Regierungschef von Afghanistan, Hamid Karsai, hat nach eigenen Angaben keine Informationen zum Aufenthaltsort des Taliban-Führers. Ebenso wie Osama bin Laden würde Omar bei seiner Ergreifung der internationalen Justiz übergeben, versicherte Karsai. Die USA wollen Omar als Unterstützer des Terrorismus vor Gericht stellen.

Kein Mangel an Versteckmöglichkeiten

Wenn sie ihn fassen. Für den Mann, dem Einsamkeit scheinbar nichts ausmacht, bieten die Berge um Kandahar viele Rückzugsmöglichkeiten. Dort könnte er auch versuchen, seine Kämpfer neu zu gruppieren. Denkbar ist, dass die Taliban und ihre ausländischen Söldner in der Provinz Sabul nordöstlich der Stadt Zuflucht suchen. Ein anderes mögliches Versteck wäre Islam Dara, ein Netz von Gängen und Höhlen in der Provinz Helmand nordwestlich von Kandahar. Von dort aus könnten die Kämpfer sich in die Berge von Bamian zurückziehen, wo sie sich für Monate, wenn nicht gar Jahre, verstecken könnten.

Bedürfnis nach Alleinsein

Sogar auf dem Höhepunkt seiner Macht sollen Omars Ansprüche relativ gering geblieben sein. Das würde ihm das Leben in den kargen Bergen Afghanistans beträchtlich erleichtern. Auch sein Bedürfnis nach Alleinsein dürfte dem entgegen kommen. Als Machthaber der Taliban verbrachte Omar, der im Kampf gegen die sowjetischen Truppen ein Auge verlor, viel Zeit mit Koranstudien und empfing nur widerwillig Besuch in seinem Haus nahe Kandahar.

Wenn Omar jetzt im Bergland untertaucht und seine Verfolger abhängt, könnte dies den Mythos der Taliban neu aufleben lassen. Doch auch wenn der Mullah gefangen oder gar getötet würde, würden Anhänger ihn als Märtyrer feiern. Wie viele das sein könnten, auch darüber gibt es nur Spekulationen.