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Afrika

Suche nach Drahtziehern in Nigeria

Nach dem Anschlag auf die Unabhängigkeitsfeiern in Nigeria fahnden die Behörden nach den Drahtziehern. Bei der Explosion in der Hauptstadt Abuja sollen mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen sein.

Ausgebrannte Autos nach der Explosion in Nigeria (Foto: ap)

Bild der Verwüstung nach dem Anschlag

Zu dem Attentat hatte sich die Rebellenbewegung für die Befreiung des Nigerdeltas (MEND) bekannt, allerdings machte Staatschef Goodluck Jonathan am Sonntag "eine kleine Terroristengruppe von außerhalb" des westafrikanischen Landes für die Tat mitverantwortlich.

Heiße Spur zu den Tätern?

Plakat zum Jubiläum mit dem englischen Schriftzug 'Nigeria's 50 independence anniversary 1960-2010, celebrating greatness' (Foto: Katrin Gänsler)

Schon vor der Feier hatten die Nigerianer gemischte Gefühle

Die nicht aus Nigeria stammende Terrorgruppe sei "von einigen Leuten von innerhalb bezahlt worden, um diese feige Tat zu begehen", teilte Präsident Jonathan in einer Erklärung mit. "Wir sind auf ihrer Spur." Der Staatschef zweifelte offenbar daran, dass die Rebellen aus dem Nigerdelta hinter dem Anschlag in der Hauptstadt Abuja stecken. Zwar habe es ein Bekennerschreiben gegeben, das von den MEND-Rebellen stammen solle, Mitglieder der Bewegung hätten aber ausgesagt, sie wüssten nichts davon.

Der nigerianische Geheimdienst hatte am Samstag auch eine Verwicklung des nordafrikanischen Arm des Terrornetzwerks El Kaida (Aqmi) nicht ausgeschlossen. Nigeria habe in der Zeit vor dem Anschlag Warnungen über einen möglichen Anschlag durch Aqmi erhalten, sagte ein Sprecherin.

Zwei Autobomben waren während der offiziellen Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit am Freitag (01.10.2010) in Nigerias Hauptstadt Abuja explodiert. Mindestens zwölf Menschen wurden nach Polizeiangaben bei den Anschlägen getötet. Augenzeugen berichten außerdem von zahlreichen Verletzten. Die Bomben explodierten in der Nähe des Justizministeriums, nur etwa 200 Meter vom Platz der zentralen Feierlichkeiten entfernt.

Armes Nigeria

Rebellengruppen aus dem Niger-Delta legen ihre Waffen nieder (Foto: dpa)

Rebellengruppen aus dem Niger-Delta legen ihre Waffen nieder

In Nigeria leben mehr als 70 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Die Arbeitslosigkeit ist immens. Die Straßen sind marode und die Stromversorgung ist mangelhaft. Hinzu kommt Korruption auf allen Ebenen, das Vertrauen in die Politik ist zerstört. Außerdem flammen immer wieder Konflikte zwischen Christen und Muslimen auf. Im rohstoffreichen Süden fließen die Einnahmen aus den Erdölgeschäften in die Taschen von wenigen. Rebellengruppen wie die "Befreiungsbewegung für das Niger-Delta" versuchen, die internationalen Konzerne und die Regierung in Abuja durch Anschläge unter Druck zu setzen.

Rund 20.000 Rebellen der MEND hatten nach einer Amnestievereinbarung vergangenes Jahr ihre Waffen abgegeben. Splittergruppen setzen den Kampf aber offenbar fort. Sollten die MEND-Rebellen hinter der Tat stecken, wäre das ihr erster Anschlag in der Hauptstadt. Bislang war die Gruppe weitgehend nur im Nigerdelta aktiv.

Autorin: Carolin Hebig / Klaudia Pape (afpd, dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Stephanie Gebert / Diana Hodali

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