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Politik & Gesellschaft

Suche nach der EHEC-Quelle

Wo kommt der Erreger her? Nach der Entschlüsselung des Erbguts des gefährlichen Darmkeims EHEC befassen sich deutsche und europäische Behörden intensiv mit dieser Frage. Eine Spur führt in ein Lübecker Restaurant.

EHEC-Bakterienkultur (Foto: dpa)

17 Menschen seien erkrankt, nachdem sie Mitte Mai das Lokal besucht hatten, heißt es in Medienberichten. Experten des Robert-Koch-Instituts und des Bundesinstituts für Risikobewertung seien zu Untersuchungen dort eingetroffen. Inzwischen warten auch EU-Experten auf Testergebnisse aus dem Lokal, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte.

Auch Brüssel wartet auf Laborergebnisse

Vorausgegangen war nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur eine Telefonkonferenz mit Vertretern der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), anderer EU-Behörden und der Mitgliedsstaaten. Die Runde habe Deutschland empfohlen, sich bei der Suche nach der EHEC-Quelle auf Vertriebswege und Gaststätten zu konzentrieren. Das Kieler Landwirtschaftsministerium erklärte unterdessen, die bisherigen Medienberichte über das Lübecker Restaurant als mögliche Infektionsquelle seien überzogen. Ergebnisse der Untersuchungen des Robert Koch-Instituts lägen bislang nicht vor.

Behandlung im Hamburger UKE (Foto: dpa)

Die Krankheit breitet sich weiter aus

Unterdessen hat sich die Krankheit in Deutschland weiter ausgebreitet. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts stieg die Zahl der Erkrankten innerhalb von zwei Tagen um knapp 200 auf 1.700. Die Fälle mit schweren Komplikationen erhöhten sich auf 520. Bisher starben 18 Patienten an den Folgen der EHEC-Infektion.

Infektionsquelle noch aktiv?

Das Nachrichtenmagazin "Focus" spekuliert, der Ausbruch der Epidemie falle womöglich mit dem Hamburger Hafengeburtstag Anfang Mai zusammen. Der zeitliche Abstand zwischen Fest und ersten Erkrankungen würde dem typischen Verlauf entsprechen.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (Foto: dapd)

Hält die Warnung aufrecht: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr rief die Bürger dazu auf, auch weiterhin wegen der EHEC-Infektionen besonders vorsichtig zu sein. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Infektionsquelle noch aktiv sei, sagte der FDP-Politiker. Bahr wiederholte die bisherigen Empfehlungen, "vorsorglich auf den Verzehr von rohen Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten, die insbesondere in Norddeutschland auf dem Markt sind, zu verzichten". Die Gesundheitsbehörden arbeiteten mit Hochdruck daran, die Infektionsquelle zu identifizieren.

Nach neueren Erkenntnissen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit wurden in Schweden bislang 46 EHEC-Fälle gezählt. Die meisten Patienten seien vorher in Deutschland gewesen. Frankreich berichtete von zehn Erkrankten. In Portugal gebe es drei und in der Schweiz eine Erkrankung. Neue Zahlen aus dem übrigen Europa wurden in Brüssel nicht genannt.

Autor: Marko Langer (mit dpa, rtr, afp)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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