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Afrika

Suche nach afrikanischen Wurzeln

Lura begeistert mit ihrer Musik seit Jahren Menschen in ganz Europa und Afrika. Vor kurzem präsentierte die Sängerin mit kapverdischen Wurzeln ihr jüngstes Album "Eclipse" in Deutschland.

Sängerin Lura (Foto: Luiz Cavalho)

Mit Musik Geschichten erzählen: Lura

In einer Bonner Konzerthalle bereitet sich die Band für den Auftritt des Abends vor. Die Sängerin sitzt oben im Künstlerraum. Maria de Lurdes Pina Assunção, kurz: Lura. Eine 34-jährige Frau, die sich schon immer zwischen verschiedenen Welten bewegt hat. Ihre Geschichte spiegelt sich in ihren Alben wieder, wie sie sagt, sie erzählen "die Geschichte eines Mädchens, das nicht auf den Kapverden geboren ist, das aber so tut, als wäre es dort zur Welt gekommen."

Suche nach den afrikanischen Wurzeln

Fischer am Strand der Kapverden (Foto: AP)

Heimat der Vorfahren: die Kapverden

In Wirklichkeit ist Lura in Lissabon geboren. Ihre Eltern stammen aus den Kapverden, waren aber vor ihrer Geburt nach Portugal ausgewandert. In ihren Liedern sucht sie nach ihren afrikanischen Wurzeln: Obwohl ihre Muttersprache Portugiesisch ist, singt sie immer auf Kreol, der Alltagssprache auf den westafrikanischen Inseln. Sie singt über die Kapverden, über afrikanische Liebe, viele der Texte wurden von kapverdischen Komponisten geschrieben. Inzwischen hat sie sechs Alben veröffentlicht. Doch das, was sie über die portugiesischsprachigen Grenzen hinaus bekannt machte, war "Di korpu ku alma" aus dem Jahr 2005.

Wie alles begann

Eigentlich wollte Lura als Kind Ballerina werden. Sie kommt nicht aus einer besonders musikalischen Familie. Als sie dann mit 17 Jahren doch anfing, selbst auf die Bühne zu gehen, war sie noch sehr schüchtern. "Das ging sogar so weit, dass ich einmal ein ganzes Lied mit geschlossenen Augen gesungen habe", erinnert sie sich heute noch. Doch das war vor langer Zeit. Mittlerweile füllt sie ganze Konzerthallen in Europa und Afrika und begeistert die Menschen für die reichhaltige Musiktradition der Kapverden.

Stolz auf das Land ihrer Vorfahren

Konzert der Sängerin Lura (Foto: luracriola.com)

Lura singt auf Kreol

Unten in der Konzerthalle übt ihr Gitarrist noch einige Akkorde. Bald wird Lura auf der Bühne stehen und einen Funaná interpretieren, eine Morna singen, sich zu einer Koladera bewegen. Alles Rhythmen von den verschiedenen Inseln der Kapverden. Es ist genau diese Vielfalt, die die Sängerin stolz auf das Land ihrer Vorfahren macht. Ihre Lieder sieht sie als Botschaft an jene Kapverdianer, die die Vielfalt ihrer Heimat eher als Bedrohung als als Chance sehen: "Ich versuche ihnen zu zeigen, dass die Kapverden ein gemeinsames Land sind, also warum nicht uns einigen und stolz auf unseren Reichtum sein?"

Die Menschen zum Lachen bringen

Tanzende afrikanische Frau (Foto: picture-alliance)

Appell an die afrikanische Lebensfreude

Die Frau mit den schwarzen Augen ist nicht unbedingt revolutionär. Vielmehr möchte sie die Menschen zum Lachen und zum Tanzen bringen. Jetzt wird es langsam Zeit für den letzten Soundcheck vor dem Konzert. Lura geht die Treppe hinunter in die Showhalle. Ihr Mikrophon muss noch auf ihre Stimme eingestellt werden. Sie wird hauptsächlich Themen aus ihrem letzen Album singen, "Eclipse", das portugiesische Wort für Finsternis. Verglichen mit ihren alten Stücken kommt die neue CD um Einiges ruhiger daher. Die Euphorie, der jugendliche Leichtsinn, sind hier verschwunden. Was aber nicht verschwunden ist, ist Luras Leidenschaft. "Libramor" ist ein Lied über eine Maschine, die die Intensität der Liebe misst. Es ist das erste Stück ihres neuen Albums "Eclipse" – und ihres Konzertes.

Autorin: Marta Barosso

Redaktion: Katrin Ogunsade