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Leichtathletik-WM

Sturz-Pech für Hindernis-Hoffnung Krause

Tränen statt Podest: Gesa Krause rennt über die 3000-Meter-Hürden nach einem unverschuldeten Sturz nur hinterher. In den drei anderen Disziplinen jubeln bei der Leichtathletik-WM in London altbekannte Titelsammler.

Gesa Felicitas Krause flog kopfüber zu Boden, rappelte sich auf und kämpfte wie eine Löwin - der Traum von einer Medaille war aber schon nach nicht einmal einem Kilometer geplatzt: Mit viel Pech und nach dem unverschuldeten Sturz hat die Europameisterin bei der Leichtathletik-WM in London eine Medaille über 3000 Meter Hindernis klar verpasst. Im Ziel flossen bittere Tränen bei der 25-Jährigen. 

Beim Überraschungssieg der Amerikanerin Emma Coburn kam die Deutsche nur auf Platz neun - das bronzene Märchen von Peking 2015, als Krause sensationell Dritte geworden war, wiederholte sich damit nicht. Nach 9:23,87 Minuten kam Krause abgeschlagen ins Ziel. "Ich habe einen Schlag auf den Kopf bekommen, dachte erst ans Aufhören. Ich war den ersten Kilometer benommen", sagte Krause gegenüber dem Fernsehsender ARD. "Das ist schwer zu verkraften. Ich habe das ganze Jahr dafür trainiert. Es tut einfach weh, dass ich nicht eingreifen konnte."

Chepkoech neben der Spur

Die Kenianerin Beatrice Chepkoech, die schon in der zweiten Runde am Wassergraben vorbeigerannt war und wieder umdrehen musste, war an einem Hindernis gestolpert und hatte Krause mitgerissen. Diese rannte verzweifelt dem Feld hinterher und schaffte nur noch den Anschluss an die Verfolgergruppe. In den Medaillenkampf konnte sie nicht mehr eingreifen. Hinter Coburn (9:02,58), die Afrikas Dominanz beendete, machte Courtney Frerichs (9:03,77) den US-Doppelsieg perfekt. Bronze holte die kenianische Titelverteidigerin Hyvin Chepkemoi (9:04,03).

Europarekordlerin Dafne Schippers aus den Niederlanden hat ihren Titel über 200 Meter erfolgreich verteidigt. Die 25-Jährige setzte sich in einem packenden Finale nach 22,05 Sekunden knapp gegen Marie-Josée Ta Lou (22,08) von der Elfenbeinküste durch, die schon über 100 Meter Silber gewonnen hatte. Bronze sicherte sich 400-Meter-Olympiasiegerin Shaunae Miller-Uibo (22,15) von den Bahamas. Die US-Amerikanerin Tori Bowie, die am Sonntag über 100 Meter Gold geholt hatte, verzichtete auf einen Start über die doppelte Distanz. Bei ihrem spektakulären Zielsturz zum Titel hatte sie sich verletzt und erholt sich seitdem für die Staffel.

Salman-Rath: Medaillenrunde knapp verpasst

England Brittney Reese Leichtathletik WM London 2017 (picture alliance/dpa/empics/PA Wire/A. Davy)

Brittney Reese: im Weitsprung holte sie ihren vierten WM-Titel

Ihren vierten WM-Titel holte die US-Amerikanerin Brittney Reese mit 7,02 Meter im Weitsprung. Silber gewann Daria Klischina, die nach dem Doping-Skandal in ihrer russischen Heimat als neutrale Athletin antreten musste. Sie sprang 7,00 Meter weit. Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Tianna Bartoletta aus den USA landete mit 6,97 Meter auf dem Bronzerang. Zuvor fehlten der deutschen Meisterin Claudia Salman-Rath zwei Zentimeter zum Einzug in die Medaillenrunde der letzten acht Starterinnen. Im dritten Versuch hatte sie mit 6,54 Metern ihren besten Sprung geschafft - und landete auf Platz zehn. Im Siebenkampf war Salman-Rath zuvor Achte geworden.

Hammerwerfer Pawel Fajdek hat sein WM-Triple perfekt gemacht. Der Pole setzte sich mit 79,81 m durch und gewann sein drittes Gold in Serie. Silber sicherte sich als neutraler Athlet Waleri Pronkin aus Russland (78,16 m), Dritter wurde der Pole Wojciech Nowicki (78,03 m). Fajdek, der im Vorjahr bei den Olympischen Spielen als Topfavorit bereits in der Qualifikation gescheitert war, hatte auch in London mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen und lag nach dem zweiten Versuch nur auf Platz sieben.

sw/bru (dpa, sid)

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