Sturmtief ″Burglind″ bringt den Orkan nach Deutschland | Aktuell Deutschland | DW | 03.01.2018
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Unwetter über Westeuropa

Sturmtief "Burglind" bringt den Orkan nach Deutschland

Stromausfälle, verspätete Züge, abgebrochene Sportveranstaltungen - Orkantief "Burglind" wirbelte den Alltag mächtig durcheinander. Und das nicht nur in Deutschland. In Frankreich gab es einen Toten.

"Burgfried", der erste Sturm des neuen Jahres, brachte orkanartige Böen von mehr als 120 Stundenkilometern nach Westeuropa. Umgestürzte Bäume und heftiger Regen behinderten in weiten Teilen Deutschlands den Verkehr auf Schiene und Straßen. In Frankreich kam ein Mensch ums Leben, rund 15 wurden verletzt. Dort und in den Niederlanden wurde wegen des Sturmtiefs - dort heißt es "Eleanor" - der Flugverkehr an mehreren Flughäfen zeitweise eingestellt. Tausende Menschen in Frankreich, Irland und Großbritannien waren wegen des Orkans ohne Strom. In Paris wurde der Eiffelturm für Besucher gesperrt.

In Deutschland waren de Feuerwehren im Dauereinsatz. Mehrere Zoos und Tierparks blieben geschlossen - wegen der Gefahr von herunterfallenden Ästen. Auf Deutschlands höchstem Berggipfel, der Zugspitze, bliebt die Zahnradbahn in ihrem Depot. In Cuxhaven wurde die einzige Insel-Fährverbindung nach Helgoland vorsorglich eingestellt. Die Fährverbindung zur Insel Wangerooge fiel wegen Hochwassers aus. Bei Münster prallte ein Regionalzug gegen einen umgestürzten Baum - Verletzte gab es nach Angaben der Deutschen Bahn aber nicht. Zahlreiche Züge hatten wegen "Burgfried" zum Teil erhebliche Verspätungen. Auch auf mehreren Autobahnen gab es lange Staus.

Warnung: "Meidet die Wälder!"

Die Polizei appellierte an Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. "Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um", sagte Meteorologe Robert Hausen. Er warnte davor, sich in Wäldern aufzuhalten. Noch bis in die Nacht zum Donnerstag könne es gefährliche Sturmböen geben.

Betroffen von "Burglind" waren auch Sportveranstaltungen: Der zweite Trainingsdurchgang der Skispringer bei der Vierschanzentournee in Innsbruck wurde abgebrochen. Und in Oberstdorf  musste eine Etappe der Tour de Ski abgesagt werden.

Den ungewöhnlichen Namen verdankt das Sturmtief einer Berlinerin. Sie habe sich die Wetterpatenschaft für das zweite Tiefdruckgebiet dieses Jahres selbst geschenkt, sagte eine Mitarbeiterin des Instituts für Meteorologie der Freien Universität Berlin. Das Institut der FU vergibt seit 1954 Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. In diesem Jahr bekommen die Tiefs weibliche Namen, die Hochs männliche. "Burglind" ging bereits das Tief "Alja" voraus. Das erste Hoch des Jahres wird  "Adam" heißen. Patenschaften für Hochdruckgebiete kosten nach Angaben der FU Berlin 299 Euro, bei den Tiefdruckgebieten sind es lediglich 199 Euro.

mm/uh (afp, dpa, rtr)

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