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Kultur

Sturmchaos in Westeuropa

In Frankreich und Spanien haben Stürme für große Zerstörung gesorgt. Die Orkane deckten mit bis zu 200 Stundenkilometern reihenweise Dächer ab. 15 Menschen kamen ums Leben. Besonders tragisch starben vier Kinder.

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Bilder der Verwüstung - Orkan "Klaus" richtete in Frankreich großen Schaden an

Den Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern hielt am Samstag (24.01.2009) eine Sporthalle in Sant Boi de Llobregat, nahe der Metropole Barcelona, nicht stand. Das Dach flog weg, eine Wand der Halle stürzte ein. Nach Angaben der Behörden starben dabei mindestens vier Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren, weitere 13 Kinder und zwei Betreuer wurden verletzt. Die Kinder waren beim Baseballtraining von dem Unwetter überrascht worden und hatten in der Sporthalle Schutz gesucht. Wenig später stürzte die Wand ein. Weshalb das Gebäude dem Sturm nicht Stand hielt, war zunächst nicht bekannt. Die Halle sei 25 Jahre alt gewesen und habe sich in gutem Zustand befunden, betonte der Bürgermeister.

Eingestürzte Sporthalle in Sant Boi de Llobregat, Foto: ap

Eingestürzte Sporthalle in Sant Boi de Llobregat

Im Norden Spaniens sowie an der Mittelmeerküste starben bei dem Orkan-Unwetter nach Angaben des Zivilschutzes acht weitere Menschen. Die meisten von ihnen wurden von umstürzenden Bäumen oder Mauern erschlagen. Vor der Küste Galiciens ertrank ein Fischer bei einer Bergungsaktion. In dieser Region im Nordwesten des Landes erreichten die Böen Spitzengeschwindigkeiten von 194 Stundenkilometern. Vor der Küste wurden bis zu 21,5 Meter hohe Wellen gesichtet.

Schwerster Sturm seit 15 Jahren

Der Orkan war nach Rundfunkberichten der schwerste Sturm der vergangenen 15 Jahre. Er wütete auch im Nachbarland Portugal, wo Dutzende Bäume entwurzelt wurden und mehrere Straßen blockiert waren. Am Sonntag ließ der Sturm nach, so dass in den meisten Regionen der Iberischen Halbinsel Entwarnung gegeben werden konnte. In Nordspanien waren rund 700.000 Menschen stundenlang ohne Strom, weil der Orkan Hochspannungsleitungen beschädigt hatte. Zahlreiche Straßen waren wegen entwurzelter Bäume gesperrt. Bei der Bahn kam es zu Verspätungen. Mehr als 50 Flüge wurden abgesagt. Mallorca und die übrigen Balearen-Inseln waren wegen des Unwetters auf dem Seewege von der Außenwelt abgeschnitten, weil wegen grober See die Schiffsverbindungen eingestellt werden mussten.

Küste in Saint-Jean-de-Luz, Foto: ap

An der Biskaya wurden über 20 Meter hohe Wellen gesehen

In Frankreich war der Orkan "Klaus" mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 192 Stundenkilometern von der Biscaya in Richtung Mittelmeer über das Land gefegt, dabei sind am Samstag vier Menschen ums Leben gekommen. Hunderttausende Franzosen waren auch am Sonntag noch ohne Strom, Zehntausende hatten weder Festnetz- noch Mobiltelefon. Für das Atomkraftwerk Blaye nordöstlich von Toulouse wurde zeitweise der Notfallplan aktiviert.

Warnsystem funktioniert

Mit seiner Sturmgewalt brachte "Klaus" den Verkehr in Südfrankreich stundenlang großräumig zum Erliegen. Schienen und Straßen wurden von umstürzenden Bäumen versperrt. Zahlreiche Züge blieben auf der Strecke stehen. Zahlreiche Häuserdächer wurden abgedeckt, die Flughäfen von Bordeaux und Toulouse waren stundenlang gesperrt. Am Samstag waren zwei Autofahrer von umstürzenden Bäumen erschlagen worden. Bei Dax wurde

ein Mann auf seinem Grundstück von herumfliegenden Trümmern tödlich getroffen. Außerdem starb eine Frau, weil mit dem Strom auch ihr Beatmungsgerät ausfiel.

Trümmer nach Orkantief in Frankreich, Foto: ap

Orkan 'Klaus' hat etliche Dächer in Frankreich abgedeckt

Trotzdem, so die Experten von Météo France, sie die Zahl der Opfer geringer als bei dem letzten großen Wintersturm "Lothar", der im Dezember 1999 weite Gebiete West- und Mitteleuropas verheert hatte. Damals waren allein in Frankreich 92 Menschen umgekommen. Seitdem hat Frankreich ein Warnsystem eingeführt. Klimaexperten deuteten den für Europa ungewöhnlich starken Sturm als Hinweis auf den Klimawandel. (ina)

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