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Afrika

Sturm aufs Gbagbos Bunker

Der Machtkampf an der Elfenbeiküste nähert sich einer Entscheidung: Der abgewählte Präsident Gbagbo weigert sich weiter, sein Amt abzugeben. Nun wird um seinen Regierungssitz gekämpft.

Kämpfer von Ouattara (Foto: AP)

Kämpfer von Ouattara

Die Lage von Laurent Gbagbo wird immer aussichtsloser: Die Kämpfer seines Rivalen, des demokratisch gewählten und international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara, setzten am Mittwoch (06.04.2011) zum Sturm auf seinen Bunker in Abidjan an, der Wirtschaftsmetropole der Elfenbeinküste. Dort hat sich der abgewählte Präsident verschanzt. "Im Moment haben sie Gbagbo noch nicht gefasst, aber das wird bald geschehen", sagte eine Sprecherin Ouattaras dem französischen Fernsehsender France-24.

Neue Sanktionen

Laurent Gbagbo (Foto: AP)

Laurent Gbagbo klammert sich an die Macht

Trotz der aussichtlosen Lage weigerte sich Gbagbo, aus dem Amt zu scheiden. In einem Interview mit dem französischen Radiosender RFI, das am Mittwoch gesendet wurde, sagte er, er habe die Präsidentenwahl im vergangenen November gewonnen. Daher werde das Amt nicht aufgeben. "Wir sind nicht in einer Verhandlungsphase", erklärte er.

Die EU verhängt deshalb am Mittwoch weitere Sanktionen gegen Gbagbo. Staatsanleihen und andere Kreditpapiere des Landes dürften nicht mehr gekauft werden, teilte der EU-Rat mit. Außerdem dürften keine Kredite an die "unrechtmäßige Regierung von Laurent Gbagbo" vergeben werden. Gegen einen weiteren Angehörigen Gbagbos wurde ein Einreiseverbot verhängt und seine Konten gesperrt.

Französische Intervention

Ouattara (Foto: AP)

Demokratisch gewählt, international anerkannt: Ouattara

Gbagbo verlor allerdings offenbar weiter an Unterstützung. Laut Augenzeugenberichten legen seine Anhänger immer häufiger die Waffen nieder. Die Milizen von Ouattara hatten innerhalb von vier Tagen weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht.

Dabei wurden sie nach Medieninformationen auch massiv vom französischen Geheimdienst unterstützt. "Wir haben den Soldaten Ouattaras Ratschläge zur Taktik gegeben, aber auch Munition und Sturmgewehre vom Typ Famas geliefert", sagte ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter dem Enthüllungsblatt "Le Canard enchaîné".

Französische Soldaten und Soldaten der UN waren auch direkt gegen Gbagbos Armee vorgegangen, offiziell, um die rund 12.000 Franzosen in der Elfenbeinküste zu schützen. Die Intervention französischer Soldaten war international unter anderem von Russland und Südafrika kritisiert worden. Frankreich hat inzwischen etwa 1700 eigene Soldaten in dem afrikanischen Land.

Autor: Dirk Eckert (afp, dapd, dpa)

Redaktion: Reinhard Kleber

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