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Sport

Stunde der Wahrheit für WM-Fans in aller Welt

Die erste Runde der Ticketvergabe für die WM ist gelaufen. Wie zu erwarten war, gab es viele lange Gesichter - nur ein Viertel der Fans dürfen sich über Karten freuen.

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Mancher würde auch viel bezahlen - wenn er denn dürfte

Am Ende standen die Chancen sogar fast eins zu vier: Unter 900.000 Fußballfans aus aller Welt, die Karten bestellt hatten, wurden im ersten Durchgang 208.455 Gewinner ausgelost. Ihnen wurde am Freitag (22.4.2005) per E-Mail eine Zusage für eine oder mehrere Karten für die WM 2006 zugeschickt. Fast 700.000 Fans gingen nach Angaben WM-Organisationskomitees (OK) in Frankfurt am Main indes leer aus und mussten sich auf die übrigen drei Bestellrunden vertrösten lassen. Die nächste Bestellrunde beginnt am 1. Mai.

Bei der ersten Runde ging es um 812.000 Karten. Jeder der 208.455 Ausgelosten erhielt damit rechnerisch knapp vier Tickets - wenn jeder der 900.000 Besteller nur ein Ticket hätte ordern dürfen, wäre die Sache also fast aufgegangen. Insgesamt lagen 8,7 Millionen Anfragen vor - für sieben Millionen Einzeltickets und 1,7 Millionen Team-Serien-Tickets.

Große Manipulationsversuche

Das Ausmaß der Betrugsversuche war schon in der ersten Runde enorm: Mehrere Millionen Bestellungen waren gar nicht berücksichtigt worden, mehr als jede vierte war gefälscht oder irregulär. 2,3 Millionen rechnete das OK einem groß angelegten Manipulationsversuch amerikanischer Schwarzhändler zu.

Der Versand der 900.000 E-Mails an alle Besteller begann am frühen Freitagmorgen und dauerte den ganzen Tag. Die Enttäuschung folgte meist auf dem Fuß: "Leider konnten Ihnen keine Tickets für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 zugeteilt werden", lautete zum Leidwesen der meisten Fans die höfliche, aber bestimmte Absage.

Plattform weiter unklar

Mit der E-Mail erhielten die Glücklichen eine Art Optionsschein für ihre Karten mit der Spielnummer und der Kategorie. Die Tickets selbst kommen erst sechs bis acht Wochen vor Turnierbeginn im Juni 2006, um Fälschungen möglichst auszuschließen. Ob, wann und wie noch eine Plattform zur Weitergabe von Tickets eingerichtet werde, sei aber weiter offen, sagte OK-Sprecher Sven Grittner.

Insgesamt hatten sich an dem Losverfahren weltweit 900.000 Menschen aus 195 Ländern beteiligt, der Hauptteil der Bestellungen, 80 Prozent, kam aber aus Deutschland. Bestellungen kamen aber selbst aus dem Vatikan, aus Kirgisien, dem Irak und aus Grönland. Highlights wie die Spiele der deutschen Mannschaft, die Halbfinalspiele und das Endspiel, waren bis zu 39fach überbucht.

Noch vier weitere Bestellrunden

Kleiner Trost für alle "Verlierer": Es wird noch vier weitere Bestellrunden geben: Die nächste von Mai bis spätestens im November. Dabei sollen ausschließlich Team-Serien angeboten werden. Hierbei gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Außer Deutschland sind allerdings zwölf der scheinbar attraktivsten Team-Serien bereits nicht mehr verfügbar: Argentinien, Brasilien, England, Irland, Italien, Japan, Mexiko, Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden und die USA. In der dritten Verkaufsphase, die voraussichtlich vom 1. Dezember 2005 bis 15. Januar 2006 stattfindet, sollen dann wieder rund 200.000 bis 300.000 Einzeltickets zur Verfügung stehen. (sams)

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