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Kultur

Studium on Stage

Deutschlands Musical- und Popmusikbranche boomen. Casting-Shows verbreiten den Wunsch nach schnellem Ruhm. Isabel Jasse lässt sich traditionell ausbilden – an einer Privatschule.

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Tanzstunde im Fach Modern Dance

Isabel Jasse studiert im zweiten Jahr an der Hamburger "Stage School of Music, Dance and Drama". Sie erzählt, wie sie durch das Studium ihrem Traum einen Schritt näher kommt: "Schon mit zwölf Jahren begann ich mit Jazz-Dance. Zwischen 14 und 18 hatte ich dann Gesangsunterricht. Tanzen und Singen wollte ich zu meinem Beruf machen und sah beides in einer Musicalausbildung vereint."

Nach dem Abitur und einem sechsmonatigen Klassik-Gesangsunterricht, nahm sie an einem einwöchigen Intensivworkshop der Hamburger Stage School teil. Aus der erhofften Aufnahme ins erste Ausbildungsjahr wurde nichts. Vier Monate lang arbeitete sie in einem Vorbereitungsseminar an ihren Schwächen. Die Anstrengungen zahlten sich aus – im August 2002 durfte sich die angehende Musical-Darstellerin in Hamburg immatrikulieren.

Semesterarbeit

Mit rund 100 anderen Schülern, die sich auf acht Klassen verteilten, begann die jetzt 23-jährige die Ausbildung. Auf dem Stundenplan standen Gesang, Tanz und Schauspiel – teilweise auf deutsch, teilweise auf englisch. Die Dozenten kommen aus Amerika, England, Schweden und Neuseeland. Im ersten Jahr arbeiten die Dozenten im Bereich Gesang intensiv an Grundlagentechniken. Ballett, Jazz-Dance und Modern Dance gehören zum Tanz-Repertoire und im Schauspiel erarbeiten die Studierenden kleine Szenen. Hinzu kommen Fächer wie Theatergeschichte und Fechten.

Ab dem zweiten Jahr werden die Schüler in Einzelgesang, Gesangstechnik, Liedinterpretation und Chorgesang unterrichtet. Musiktheorie sowie Steppen runden das zweite Jahr ab. Im dritten Jahr wird ein Schwerpunkt gewählt. Pressesprecherin Annett Bär erklärt das Ausbildungskonzept der Stage School: "Wir bilden dreigleisig aus: Tanz, Gesang und Schauspiel. Am Ende des Studiums steht es den jungen Leuten offen, in welchen Bereich sie gehen."

Studium und Extraarbeit

Isabel Jasse

Studentin an der Stage School: Isabel Jasse

Isabel Jasse beschreibt ihren Tagesablauf: "Ein normaler Tag fängt morgens um 9 Uhr an und endet abends um 19 Uhr. Zwischendurch haben wir Pausen oder auch Freistunden." Abends und am Wochenende geht sie die gelernten Tänze durch und übt singen. "Am sichersten fühle ich mich im Gesang. Dort bin ich am besten und traue mich auf der Bühne auch mehr."

Sängerin werden, eigene Songs schreiben und später Gesangsunterricht geben - diesen Traum behält sie dabei immer im Blick. "Ich möchte eher künstlerisch als darstellerisch arbeiten", begründet sie ihren Entschluss, lieber bei kleinen Produktionen mitzuwirken.

Fazit und Kosten

Isabel Jasse gefällt die Ausbildung. "Hier lerne ich, mich auf der Bühne zu bewegen und meinen Atem für den Gesang richtig einzusetzen. Ich bilde mich technisch und persönlich weiter." Isabel Jasses Zukunft sieht vielversprechend aus: In einem Jahr macht sie ihren Abschluss – vorausgesetzt, sie besteht das Examen. Nach jedem Jahr legen die Studenten eine Prüfung in Gesang, Tanz und Schauspiel ab. Von den ursprünglich 100 Studierenden schaffen es rund 80 in das zweite Jahr, nur 40 bestehen die Prüfung für das dritte Jahr.

Pressesprecherin Bär schätzt die Erfolgschancen der Studenten hoch ein: "Ständig treten Interessenten an uns heran: Sie benötigen gute Sänger und Tänzer für Firmen-Events, Tanzjobs in Musikvideos oder Werbejobs." Die Ausbildung an der Privatschule ist allerdings nicht billig: 490 Euro muss Isabel Jasse jeden Monat zahlen. Hinzu kommen jährlich Prüfungsgebühren in Höhe von 100 Euro und 250 Euro für Schuhe, Trikots und Tanzhosen. Isabel Jasse hofft, dass sich die Investition auszahlt.

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