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Kultur

Studium in kaltem Klima

Fast zwei Millionen Studierende in Deutschland tummeln sich zum Semesterbeginn wieder in Vorlesungen und Seminaren - etwa 100.000 kommen aus dem Ausland. Für sie ist es nicht immer einfach, ihr Studium zu finanzieren.

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Douglas ist vor vier Jahren aus Uganda nach Deutschland gekommen. Er studiert Bauwesen in Köln. Die akademische Ausbildung sei in Deutschland sehr gut, sagt Douglas. Vor allem die technische Ausstattung an den Unis hat den afrikanischen Studenten begeistert: "Was mir an dem Studium gefällt, ist die Auswahl an Lehrmitteln, das heißt die Bücher und die Labors. Die Einrichtungen sind sehr gut ausgestattet in Deutschland."

Abschluss mit gutem Ruf

Douglas ist einer von rund 100.000 jungen Ausländern, die an deutschen Universitäten und Fachhochschulen studieren. Die meisten kommen aus China, aus Südosteuropa und Nordafrika. Besonders begehrt sind Studienfächer wie Betriebswirtschaftslehre, Medizin oder Ingenieurwesen. Das deutsche Diplom hat im Ausland noch immer einen guten Ruf. Auch Douglas ist überzeugt, dass er mit dem deutschen Studien-Abschluss in Uganda einen sehr guten Job finden wird.

Harald Klingel vom Studienkolleg der Kölner Universität sieht neben der Qualität der Ausbildung ein weiteres Motiv für ein Studium in Deutschland: In der Regel müssen hier keine Studiengebühren bezahlt werden. Klingel befürchtet: "In dem Augenblick, wo wir die gleichen Studiengebühren erheben würden wie beispielsweise England, hätten wir einen ganz drastischen Rückgang von Bewerberzahlen und wahrscheinlich auch eine veränderte Bewerber-Struktur."

Kosten sind ein großes Hindernis

Billig ist das Studium in Deutschland trotzdem nicht. Schließlich müssen die Studenten selber für Lebensunterhalt und Unterkunft sorgen. Und das kann teuer werden, vor allem in den großen Universitätsstädten wie Köln, Hamburg oder Frankfurt am Main. Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat errechnet, dass beispielsweise ein Student in München rund 800 Euro im Monat für Miete und Lebensunterhalt braucht.

Viele ausländische Studenten müssen deshalb einen Nebenjob annehmen. Auch Douglas bekommt das zu spüren: "Das ist ein großes Hindernis für uns, so zu studieren. Weil man immer wieder unterbrechen muss, um Geld zu verdienen. Und das führt dazu, dass das Studium immer länger wird, als es eigentlich sein sollte." Douglas arbeitet in den Semesterferien in einer Fabrik oder er geht in einer Kneipe kellnern. Ausländische Studierende dürfen neuerdings bis zu 180 halbe Tage im Jahr arbeiten gehen. Innerhalb dieser Grenzen benötigen sie keine Arbeitsgenehmigung.

Auf der Suche nach Freunden

Doch es ist nicht nur das Geld, das den ausländischen Studierenden Probleme bereitet. Oft sind es alltägliche Dinge, die das Leben hier schwer machen. Zum Beispiel fällt es vielen nicht leicht, Freundschaften zu knüpfen. Dieses Problem kennt auch Bojana aus Mazedonien. Sie ist seit einem Jahr in Deutschland und bereitet sich auf ein Medizinstudium vor: "Am Anfang war es sehr schwierig, weil ich keine Freunde hatte."

Aber inzwischen hat sie alles im Griff und schätzt die Vorteile des Studiums in Deutschland: "Ich habe Freunde und ich denke, dass alles irgendwie gut ist. Denn man bekommt Noten, die man auch verdient hat. In Mazedonien ist es ziemlich schwer, eine Note zu bekommen, ohne zu bezahlen, oder ohne den Professor zu kennen. Das ist das Problem."

Nur eines gefällt Bojana nicht so gut in Deutschland. Es könnte ein bisschen freundlicher zugehen, findet sie: "Manche Leute sind einfach immer so kalt. Manchmal ist es auch schwer, mit dem Professor zurecht zu kommen. Aber das ist irgendwie Gewohnheitssache."

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