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Bildung

Studienfinanzierung – Ein Überblick

Die Studienzulassung in der Tasche – aber kein Geld fürs Studium? Es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten von Krediten bis hin zu einem Stipendium.

Hände mit Euromünzen (Foto: picture-alliance / Helga Lade Fotoagentur GmbH)

Gerade auf dem Markt der Stipendien gibt es viele Fördereinrichtungen, die ein Studium in Deutschland finanziell unterstützen und ihre Hilfe anbieten: Das Zauberwort heißt "Begabtenförderung". Wobei "Begabung" sich nicht auf Intelligenz oder gute Noten beschränkt – Persönlichkeit und soziales Engagement sind ebenso Kriterien für die Gewährung eines Stipendiums. Manche Stipendiengeber fördern gezielt Studienanfänger, andere wiederum vergeben Stipendien nur an Doktoranden. Es gibt Stiftungen und Verbände, die vom Staat oder der Wirtschaft unterstützt werden, und solche, die von den Kirchen finanziert werden. Dazu kommen noch viele private Einrichtungen.

Außerdem plant die Bundesregierung ein nationales Stipendienprogramm, das zur einen Hälfte vom Staat und zur anderen Hälfte von der Wirtschaft getragen werden soll. Die Universitäten bestimmen dann die Kandidaten für das Stipendium, müssen aber auch selbst die Geldgeber in der Wirtschaft suchen.

Viele Förderprogramme richten sich gezielt an internationale Studierende oder Graduierte. Grundsätzlich gilt: Frühzeitig Informationen einholen und das Stipendium beantragen – die Bewerberzahl ist hoch! Bisher werden nur drei Prozent aller Studierenden in Deutschland durch Stipendien gefördert, deshalb lohnt es sich, auch andere Finanzierungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Bankkredite müssen keine Schuldenfalle sein

Die Comic-Figur Dagobert Duck sitzt auf einem Geldsack mit Euro-Symbol (Foto: AP)

"Keine Angst vor Schulden!"

Seit in Deutschland einige Bundesländer Studiengebühren eingeführt haben, wird das Geld für den Lebensunterhalt der Studierenden knapp. Durch die kompakten Stundenpläne in den Bachelor- und Masterstudiengängen bleibt auch weniger Zeit für einen Nebenjob. "Keine Angst vor Schulden", rufen deshalb immer mehr Bildungspolitiker und Wirtschaftsexperten. Viele Banken in Deutschland bieten mittlerweile extra günstige Kredite für Studierende. Laut Statistik bleiben Hochschulabsolventen nicht lange arbeitslos und können einen Kredit nach dem Studium schnell zurückzahlen. Allerdings sollte man die Abzahlungsmodalitäten genau prüfen, denn die Zinsen der Banken variieren sehr stark.

BAföG – Kredit vom Staat

Auch der Staat vergibt Darlehen, nämlich dann, wenn die Eltern nicht für den Unterhalt der Studierenden aufkommen können. Das "Bundesausbildungsförderungsgesetz" (BAföG) sieht einen Höchstbetrag von derzeit rund 650 Euro vor. Das BAföG besteht zur einen Hälfte aus einem staatlichen Zuschuss und zur anderen Hälfte aus einem zinslosen Darlehen. BAföG können all diejenigen beantragen, die die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Auch für EU-Bürger und andere ausländische Studierende gibt es die Möglichkeit, BAföG zu erhalten. Wer nicht genau weiß, ob er berechtigt ist, kann sich Rat bei den Studentenwerken der jeweiligen Universitäten suchen. Ansonsten sind für Studierende aus dem außereuropäischen Ausland nach wie vor Eigenkapital oder Stipendien der beste Finanzierungsweg.

Höhe der Stipendien

Für fast alle Stipendien, die in Deutschland an Studierende vergeben werden, gilt: Die Höhe der Stipendien ist in der Regel so bemessen, dass die Lebenshaltungskosten damit gedeckt werden können. Auch wenn der Betrag aus der Ferne betrachtet hoch erscheint: Am Monatsende wird kaum etwas übrig bleiben. Und wenn ein Stipendiat sich mit Jobs etwas Geld dazu verdient, muss dies dem Stipendiengeber mitgeteilt werden. Der Betrag wird dann in der Regel vom Fördergeld abgezogen.

Parteien-Förderung? Die politischen Stiftungen

Chinesische Studenten an der TU Chemnitz (Foto: dpa)

Die Studierenden von heute sind die Entscheidungsträger von morgen ...

Die demokratischen Parteien in Deutschland haben erkannt, dass der heutige wissenschaftliche Nachwuchs zu den Entscheidungsträgern von morgen gehört. Die finanzielle Hilfestellung internationaler Studierender und Doktoranden ist also durchaus im Interesse deutscher Politik: Denn wer in Deutschland studiert hat, kennt sich hier aus und sucht nach dem Abschluss eher den Kontakt zu deutschen Unternehmen. Unterstützt werden von den Stiftungen besonders begabte Studenten. Gesellschaftliches und soziales Engagement der Bewerber werden immer vorausgesetzt – ebenso die Bereitschaft, die in Deutschland erworbenen Kenntnisse später im Heimatland einzubringen.

Hilfe beim Finanzcheck

Hilfreiche Informationen über Förderprogramme haben die Deutschen Studentenwerke in ihrem Buch "Förderungsmöglichkeiten für Studierende" zusammengestellt. Eine Liste mit Stipendienprogrammen der Bundesländer und Hochschulen zum internationalen Studierendenaustausch stellt der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD zum Download bereit. Wer in finanziellen Nöten ist, kann sich Hilfe bei den Studentenwerken holen oder sich an die katholischen und evangelischen Hochschulgemeinden der jeweiligen Universität wenden. Auch der Verein Arbeiterkind.de gibt Auskunft und unterstützt Studierende, deren Eltern nicht aus einem akademischen Umfeld kommen.


Autorinnen: Claudia Unseld / Gaby Reucher
Redaktion: Svenja Üing

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