1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschlehrer-Info

Studie sagt Schüler-Boom voraus

Dank höherer Geburtenraten und Zuwanderung wird die Zahl der Schüler in Deutschland in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. Das widerspricht allen bisherigen Prognosen und stellt die Schulen vor große Aufgaben.

Die Schülerzahl soll nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung bis 2025 um vier Prozent, bis 2030 um acht Prozent auf 8,6 Millionen steigen. Bisher ging man nach Berechnungen der deutschen Kultusministerkonferenz davon aus, dass die Schülerzahl bis zum Jahr 2025 auf 7,2 Millionen sinken werde Doch diese Prognosen erweisen sich laut der Studie nun als falsch: Zum einen sind die Geburtenzahlen in Deutschland in den letzten fünf Jahren stetig angestiegen, zum anderen steigt die Zahl der Schüler auch durch die in Deutschland aufgenommenen Geflüchteten. Allein im Zeitraum 2015 - 2016 kamen 300.000 geflüchtete Schüler an deutsche Schulen.

Es drohe ein dramatischer Engpass an Lehrern und Gebäuden, warnte die Stiftung. Die Schulsysteme seien auf den neuen Boom nicht vorbereitet. Die Studie berechnet, dass 2030 über alle Schulstufen hinweg rund 28.000 zusätzliche Klassen und rund 43.000  zusätzliche Lehrer gebraucht werden. Auf Länder und Kommunen kämen pro Jahr 4,7 Milliarden Euro höhere Bildungskosten zu.

Infografik Schülerzahlentwicklung DEU

Die Schätzungen der Kultusministerkonferenz und der Bertelsmann-Studie gehen weit auseinander

Gewerkschaft und Lehrerverbände schlagen Alarm

Angesichts möglicher Folgen für das Bildungssystem fordern Gewerkschaften und Lehrerverbände daher dringend mehr Investitionen in das deutsche Schulsystem: „Unser Schulsystem ist drastisch unterfinanziert“, so die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Elke Hannack. „Vielerorts bröckelt der Putz von den Wänden, es fehlen Lehrkräfte, Sozialarbeiter und Schulpsychologen.“

Die Gymnasiallehrer-Gewerkschaft Deutscher Philologenverband betonte, die Konsequenz könne nur heißen, „alle auf den bisherigen Annahmen basierenden Streichungen von Lehrerstellen in einzelnen Bundesländern sofort zu stoppen“. Durch zusätzliche Investitionen in den Bildungsbereich gelte es „dafür zu sorgen, dass steigende Schülerzahlen nicht wieder wie in den 80er und 90er Jahren zu Verschlechterungen bei der Bildungsqualität führen“, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger. „Vor allem in den Ballungsgebieten, wo der Schüleranstieg am stärksten ist, aber nicht nur dort, müssen zeitnah milliardenschwere Neubauprogramme von Schulhäusern aufgelegt werden.“

 Bedenkt man, dass jetzt schon allenthalben über marode Schulen, zu große Klassen und zu viel Unterrichtsausfall geklagt wird, kommen auf das deutsche Schulsystem riesige Aufgaben zu.

mk/suc (dpa/afp/epd)