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Aktuell Deutschland

Studie: Safer Sex ist bei Jugendlichen in

Jugendliche haben immer früher Sex? Sind durch Pornos verroht? Stimmt nicht, belegt eine neue Studie. Die Fachleute bescheinigen der Jugend in Sachen Sex eher eine konservative Einstellung.

Jugendliche achten heute beim Sex mehr auf Verhütung als vorherige Generationen. Romantische Vorstellungen haben Konjunktur: Jugendliche warten beim ersten Mal auf den richtigen Partner. Das geht aus einer von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlichten Studie hervor. Wann Jugendliche aber ihr erstes Mal haben, hängt von ihrer Herkunft ab.

Sexuelle Erfahrungen sind bei deutschen 14-Jährigen demnach eine Ausnahme. Insgesamt sei die Gruppe der 14- bis 17-Jährigen nicht früher sexuell aktiv als in den vergangenen Jahren, sagte BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss in Berlin. "Bis 2005 haben sich die sexuellen Aktivitäten nach vorne verschoben." Inzwischen sei der Trend aber gestoppt, wenn nicht rückläufig. Ein "Wertewandel" könne der Grund sein, sagte Thaiss bei der Vorstellung erster Ergebnisse aus der Erhebung "Jugendsexualität 2015". Mit 17 hat demnach mehr als die Hälfte der Jugendlichen bereits Erfahrung mit Sex. Dabei sind insgesamt betrachtet Mädchen früher aktiv als Jungen. Außerdem machen deutschstämmige Jugendliche in fast allen Altersgruppen früher erste Erfahrungen als Altersgenossen mit ausländischen Wurzeln.

Zurück zu konservativen Werten?

Die Bundeszentrale bewertet das Verhütungsverhalten der 14- bis 17-Jährigen als "ausgesprochen umsichtig". Mehr als 90 Prozent der sexuell aktiven jungen Menschen sprechen laut der Studie mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner über Verhütung. Zudem denken sie öfter an Schutz als frühere Generationen. Verhütungsmittel Nummer eins ist laut der Studie das Kondom.

Das Fehlen des oder der "Richtigen" ist nach Angaben der Bundeszentrale "unabhängig von Geschlecht und Herkunft der Hauptgrund für Zurückhaltung". Für Mädchen und junge Frauen aus Familien mit Migrationshintergrund spielten zudem "moralische Bedenken" eine wichtige Rolle.

Sexualkundeunterricht (Foto: picture-alliance/dpa)

Aufklärung im Schulunterricht: Das Kondom ist das am häufigsten benutze Verhütungsmittel beim ersten Mal

Sehnsucht nach festen Partnerschaften

Aufgeklärt wird in deutschen Haushalten insbesondere von den Eltern, sagte Thaiss. Aber auch in der Schule begegnet fast jeder Jugendliche dem Thema Sex. Gerade für Jungen und für die Kinder muslimischer Eltern, die das Thema zu Hause eher tabuisierten, seien auch Lehrer wichtige Ansprechpartner. Die in der Studie beobachtete Sehnsucht nach festen Partnerschaften wertete der Trendforscher Peter Wippermann als Gegenbewegung zum gesellschaftlichen Mainstream mit oft unbeständigen Beziehungen und Ehen. Die Jugend handle, ähnlich wie bei Retro-Trends, nach dem Motto "Wir machen es besser". Ob das gelingt, bezweifle er aber, sagte Wippermann. Die gesamte Studie wird laut BZgA im kommenden Jahr veröffentlicht.

Für die Studie wurden im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres 5750 Jugendliche und junge Erwachsene befragt. Die BZgA legte bereits zum achten Mal eine Untersuchung zur Jugendsexualität vor. Die Befragung wurde diesmal zum ersten Mal auf junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren ausgeweitet.

pab/uh (afp, dpa, kna)

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