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Ostmitteleuropa

Studie der Brünner Masaryk-Universität

– Nur fünf Prozent der tschechischen Roma schaffen es bis zum Abitur

Prag, 2.2.2002, RADIO PRAG, deutsch

Die Roma-Minderheit in Tschechien möchte sich in die Mehrheitsgesellschaft integrieren und konfliktfrei leben. Dies geht aus einer Studie hervor, die Mitarbeiter der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Brünner Masaryk-Universität im vergangenen Jahr durchführten und am Donnerstag der Öffentlichkeit vorstellten.

Die Roma, so ein weiteres Ergebnis der Studie, seien durchaus bereit und bemüht, die tschechische Sprache zu erlernen und ihren Kindern eine Schulausbildung zu gewährleisten. Der Umfrage zufolge verfügen 63 Prozent der Roma lediglich über eine elementare Schulausbildung. Bei den Frauen beträgt dieser Anteil 75 Prozent. Bis zum Abitur schafften es ca. fünf Prozent und bis zum Universitäts-Abschluss nicht ganze zwei Prozent. Dementsprechend stellt sich der Stand der Roma-Minderheit auf dem Arbeitsmarkt dar. Die Zahl der Arbeitslosen ist unter den Roma viermal so hoch wie unter der übrigen Bevölkerung. 40 Prozent der Roma haben Schulden, über 80 Prozent beziehen länger als ein Jahr soziale Zuwendungen.

Was ihren Werte-Kanon anbelangt, so steht der Studie zufolge bei den Roma an erster Stelle die Familie und die Gemeinschaft, bei der übrigen Gesellschaft sind es materielle Werte.

An den Wahlen würden sich 25 Prozent der Roma beteiligen, während dieser Anteil bei der Mehrheitsgesellschaft 41 Prozent beträgt.

Die Umfrage wurde unter mehreren Tausend Roma und Nicht-Roma in zehn Städten der Tschechischen Republik durchgeführt. (fp)

  • Datum 05.02.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1pMG
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