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Afrika

Studentenaustausch: Von Kano nach Kuala Lumpur

Zwischen ihnen liegen 10.279 Kilometer, doch die Beziehung wird immer enger. Nigeria und Malaysia pflegen nicht nur rege wirtschaftliche Kontakte. Auch nigerianische Studenten entdecken Kuala Lumpur für sich.

Malaysia Austausch-Studenten aus Nigeria Foto: DW/Sani Maikatanga

Musa Adamu aus Kano: Dozenten-Job dank Studium in Malaysia

Während sich in Indonesien afrikanische und asiatische Staatschefs auf dem

Asien-Afrika-Gipfel

über ihre zukünftige strategische Partnerschaft verständigen, steht der Nigerianer Musa Adamu vor seinen Studenten in der Bayero Universität von Kano und erntet die Lorbeeren seines Studienaufenthaltes in Asien. Der 28-Jährige Ingenieur unterrichtet seit einem Jahr am Lehrstuhl für Bauwesen. Seinen Master-Abschluss absolvierte Adamu an der Technischen Universität von Johor Bahru (UTM) in Malaysia - eine ganz praktische asiatisch-afrikanische Partnerschaft sozusagen.

"Als ich zurückkam, präsentierte ich meine Zeugnisse der Bayero Universität. Sie waren begeistert und haben mir sofort einen Job gegeben", berichtet Adamu stolz. "Wir schaffen Lerner, Führer und Denker" lautet der Slogan der malaysischen Universität. Für Adamu scheint das alles zuzutreffen. "Die UTM ist eine staatliche Hochschule und die Qualität ist hervorragend. Sie ist sehr gut mit Personal und Equipment ausgestattet." Die UTM gehöre zu den Top-300 Hochschulen der Welt, sagt Adamu. "Wohingegen Nigerias Unis nicht einmal unter den ersten 1000 zu finden sind."

Gute Noten für Malaysia

Mussa Adamu ist einer von 2615 Studenten, die sich in einen der günstigen Flieger gen Osten gesetzt haben und in das mehr als 10.000 Kilometer entfernte Malaysia aufgebrochen sind. Initiiert hat den Studentenaustausch vor gut vier Jahren die Regierung des Bundesstaates Kano. Wirtschaftsinformatik oder Kommunikationswissenschaften: Kanos Regierung fördert und vor allem wirtschaftliche und technische Studiengänge und greift den Studenten auch finanziell unter die Arme.

Rabiu Suleiman Bichi (l.) u. Ado Bayero, Gouverneur von Kano

Der Bildung verpflichtet: Suleiman Bichi (l.), Sprecher des Gouverneurs vom Bundesstaat Kano

"Mann nennt die asiatischen Staaten nicht umsonst Tigerstaaten", sagt Rabiu Suleiman Bichi, Sprecher des Gouverneurs vom Bundesstaat Kano. "Mit ihrem guten Wirtschaftsverständnis konnten sie sich sehr schnell entwickeln und auch wir wollen uns entwickeln. Unsere Studenten sollen dort Theorie und Praxis lernen." Und sobald sie zurückkommen, könnten sie anwenden, was sie gelernt haben, ist Bichi überzeugt. "Um unseren Bundesstaat und unser Land voranzubringen."

In Nigeria würden Hochschulen immer wieder bestreikt, sagt Bichi. Das verlängere die Studienzeiten auf bis zu sechs Jahre. Für Malaysia spreche auch, dass Muslime aus Nigeria ganz selbstverständlich ihren Glauben in dem multireligiösen Land praktizieren könnten. "Früher wäre es undenkbar gewesen, dass ein muslimisches Mädchen für eine weiterführende Ausbildung sein Elternhaus oder gar das Land verlässt", sagt Bichi. "Wir finden dieses Abenteuer also sehr lohnend. Malaysia hat uns wirklich überzeugt."

"International, aufgeschlossen, schlau"

Vor allem die Aufgeschlossenheit der Malaysier hat Salisu Babba Usman beeindruckt. Drei Jahre lang studierte der heute 28-Jährige an der Limkokwing University of Creative Technology südlich von Kuala Lumpur. Seit drei Monaten hat er seinen Master in Kommunikationswissenschaften in der Tasche - mit einer Zusatzqualifikation in Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. "Meine malaysische Uni

Studenten in der Malaysia Newcastle University's Foto: ROSLAN RAHMAN/AFP/Getty Images

Gut ausgestattet, weltoffen: die Universitäten von Malaysia

hat mehr als 30.000 Studenten. Auf dem Campus gibt es einen Mix von Kulturen aus der ganzen Welt, Studenten kommen mit ganz unterschiedlichem sozialen Hintergrund", schwärmt Usman. Malaysia sei ein Land, das sein Wissen mit ausländischen Bürgern teile. Der Reichtum an Kultur und vor allem das Zusammenleben von Muslimen, Buddhisten und Hindus habe ihn sehr fasziniert, sagt Usman. "Sie leben ganz friedlich miteinander, trotz ihrer religiösen und kulturellen Unterschiede", so der Nord-Nigerianer, der aus seiner Heimat ganz andere Erfahrungen mitgebracht hatte.

Mitarbeit: Abdulrahman Kabir, Kano

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