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Aktuell Asien

Studenten in Hongkong protestieren für Wahlreform

Aus Ärger über die von Peking verweigerte Wahlreform in Hongkong haben Studenten in der ehemaligen britischen Kronkolonie einen einwöchigen Boykott der Lehrveranstaltungen an ihren Hochschulen begonnen.

Sie demonstrieren für demokratische Wahlen und wollen dafür eine Woche lang den Unterricht boykottieren. Mehrere tausend Studenten von mehr als 20 Hochschulen versammelten sich dazu auf dem Gelände der Chinesischen Universität Hongkong. Die Proteste richten sich gegen die Entscheidung Pekings von Ende August: So soll der künftige Verwaltungschef von Hongkong zwar 2017 erstmals direkt durch die Bewohner der Sonderverwaltungszone an der Südküste Chinas gewählt werden. Die Kommunistische Partei will jedoch vorab zwei bis drei ihr genehme Kandidaten auswählen. Das wollen die Studenten nicht hinnehmen.

Chinesische Universität im Zentrum des Protests

Der Studentenausstand ist Teil einer Reihe angekündigter Proteste der Demokratie-Bewegung in Hongkong, die auch den Finanzbezirk der Metropole blockieren will. Die Chinesische Universität ist zu einem regelmäßigen Treffpunkt für Demokratieanhänger geworden.

Auf dem Campus steht eine Nachbildung der "Göttin der Demokratie", vor der sich 1989 während der blutig niedergeschlagenen Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz Studenten versammelt hatten. In Hongkong gab es bereits 2012 Studentenproteste, die damals die Behörden zwangen, in der Frage der Einführung eines umstrittenen neuen Lehrplans nachzugeben.

Xi betont Autonomie

Hongkong genießt seit der Rückgabe an China durch Großbritannien im Jahr 1997 einen besonderen Autonomiestatus. Dieser gewährt Bürgerrechte wie Presse- und Versammlungsfreiheit, die auf dem chinesischen Festland teils massiv eingeschränkt sind. Freie Wahlen sind allerdings nicht erlaubt.

Chinas Präsident Xi Jinping betonte, Peking werden an der Regel "Ein Land - zwei Systeme" festhalten. Offenbar mit Blick auf die Proteste sagte Xi bei einem Treffen mit Geschäftsleuten aus Hongkong, dass "sich die politischen Grundsätze der Regierung gegenüber Hongkong nicht geändert haben und nicht ändern werden". Der Autonomiestatus für Hongkong sei im Interesse des Landes und im Interesse Hongkongs - "und auch im Interesse ausländischer Investoren".

as/jj (afp, dpa)