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Bildung

Studenten im Wettkampf-Fieber

Für viele junge Sportler aus aller Welt ist es das wichtigste Highlight gleich nach den Olympischen Spielen - die Universiade. Doch Sport und Studium unter einen Hut zu bekommen, ist gar nicht so einfach.

Es sieht anders aus, schmeckt anders, riecht anders. Deshalb heißt es für Jan Philip Glania erst einmal Eindrücke sammeln, wenn er im Universiade-Dorf ankommt. Der 24-jährige Leistungsschwimmer aus Frankfurt am Main freut sich, dass er in diesem Jahr Zeit dazu hat. Er reist schon einige Tage vor dem offiziellen Start der internationalen Studentenwettkämpfe am 6. Juli im russischen Kazan an. "Wenn man das Dorf zum ersten Mal sieht, das ist das Schönste. Dann will man sofort alles erkunden", erzählt er. "Letztes Mal gab es sogar ein eigenes Schwimmbad mitten im Dorf."

Schon vor zwei Jahren war der Zahnmedizin-Student bei den studentischen Wettkämpfen in China dabei. Diesmal reist er mit 13.000 Leistungssportlern aus 170 Ländern in die russische Stadt Kazan, wo das Sportler-Dorf extra für die Universiade aus dem Boden gestampft wurde. Aus Deutschland haben sich rund 200 Athleten qualifiziert. Wochen- und monatelang haben sie trainiert. Jetzt sind sie fit, freuen sich auf das Mega-Event und hoffen auf viele Medaillen.

Weltweite Freundschaften

Schwimmer Jan Philip Glania aus Frankfurt nimmt 2013 an der Universiade teil. (Foto: Verband des Allgemeinen Deutschen Hochschulsports)

Genießt das studentische Flair der Universiade: Schwimmer Jan Philip Glania

Jan Philips Highlight aber waren die Olympischen Sommerspiele . An denen konnte er 2012 zum ersten Mal in London teilnehmen. Da steht die Universiade für ihn nur an zweiter Stelle. Der internationale Sportwettkampf ist ihm aber aus einem anderen Grund wichtig: Der 24-Jährige genießt das studentische Flair der Universiade. "Die Leute sind dort viel lockerer als bei den Olympischen Spielen", beobachtet er. "Da sind alle eher verkrampft. Bei der Universiade dagegen wird viel gelacht, man trifft sich abends noch nach den Wettkämpfen." Jetzt freut sich Jan Philip darauf, seine Freunde aus der ganzen Welt wiederzusehen. Die hatte er vor zwei Jahren bei der letzten Universiade in China kennengelernt.

Gemeinschaft zwischen Sportlern aus aller Welt schaffen - genau das will die Universiade. 1959 wurde sie gegründet, um junge Sportler international zu vernetzen, über alle Grenzen hinweg. Egal, welcher Religion oder Kultur sie angehören. Es geht ums Miteinander, um Toleranz und Frieden. Aber natürlich zählt auch die sportliche Leistung. Mit seinen 200 qualifizierten Sportlern sieht sich der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband Deutschland gut aufgestellt. Alle Athleten haben die Chance, sich unter den acht Besten zu platzieren. Bei der Universiade in China vor zwei Jahren war Deutschland in der Nationenwertung auf Platz 17 gelandet. Traditionell belegen Länder wie die USA, Australien, Frankreich und Großbritannien die vorderen Plätze.

Studium gibt den Takt vor

Bei allem Leistungsdruck darf man aber nicht vergessen, dass alle Sportler der Universiade Studenten sind. Trainingspläne und Wettkämpfe müssen mit Klausurterminen und Hausarbeiten unter einen Hut gebracht werden. "Da habe ich mir wahrscheinlich den falschen Studiengang ausgesucht", gibt Bio-Technik-Studentin und Geräte-Turnerin Kim Bui aus Stuttgart zu. "Meine Kommilitonen, mit denen ich angefangen habe, sind jetzt schon im Master und ich schreibe jetzt erst meine Bachelor-Arbeit." Solche Verzögerungen muss die 24-Jährige akzeptieren – oder sie muss Abstriche beim Sport machen. Aber das kommt für sie gar nicht in Frage. Deswegen muss sie mit ihren Professoren Sonder-Regeln vereinbaren. "Das war am Anfang ganz schön schwierig", sagt sie.

Geräte-Turnerin Kim Bui aus Stuttgart nimmt 2013 an der Universiade teil. (Foto: Verband des Allgemeinen Deutschen Hochschulsports)

Studium und Leistungssport lassen sich nicht leicht vereinbaren, meint Geräte-Turnerin Kim Bui.

Leichtathlet Jan Felix Knobel dagegen findet, dass Studium und Leistungssport gut zusammenpassen – und sich sogar ergänzen können. "Sport ist der Motor fürs Studium", betont er. "Denn viele Erfahrungen aus dem Sport wie Durchhaltevermögen und Kampfgeist braucht man auch im Studium. Der Sport ist eine Charakterschule." Das Studium ist für ihn mindestens genauso wichtig wie der Sport, denn: "Wenn ich älter bin und keinen Sport mehr machen kann, dann muss ich ja auch von etwas leben."

Sport unter Gleichgesinnten

Doch bei der Universiade im russischen Kazan kommt es erst mal aufs sportliche Kräftemessen an. In einer Stadt, die sich selbst als "Russlands Hauptstadt des Sports" und "Stadt der Studierenden" nennt. Ein perfekter Ort also, um beides verbinden zu können. Geräte-Turnerin Kim Bui ist gespannt auf das Zusammentreffen mit anderen studentischen Leistungssportlern aus aller Welt. "Es ist irgendwie toll zu wissen, dass die anderen auch studieren und dass man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann", sagt sie. "Da freue ich mich ganz arg drauf."

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