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Nahost

Stromausfall in Bagdad

Am Abend gab es laut Medienberichten zum ersten Mal einen großflächigen Stromausfall in Bagdad. Nach bislang unbestätigten Berichten haben die US-Truppen zudem den Flughafen der Hauptstadt angegriffen.

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Ein US-Soldat nahe der irakischen Stadt Numanija, südöstlich von Bagdad

Erstmals seit Beginn des Irak-Krieges ist am Donnerstagabend (3.4.2003) in weiten Teilen Bagdads für einige Zeit der Strom ausgefallen. Die Fünf-Millionen-Metropole lag vorübergehend nahezu vollständig im Dunkeln, berichteten Korrespondenten von Nachrichtenagenturen vor Ort. Zuvor hätten die Alliierten neue Angriffe auf Stellungen im Süden der Hauptstadt geflogen. Der Generalstabschef der US-Armee, Richard Myers, sagte, die alliierten Streitkräfte hätten nicht auf die Kraftwerke Bagdads gezielt.

Artilleriefeuer vor Bagdad

Auch Artilleriefeuer sei zum ersten Mal seit Beginn des Krieges vor zwei Wochen in Bagdad zu hören gewesen. Die Schüsse kämen aus den südlichen Vororten der irakischen Hauptstadt, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) berichtete.

Die amerikanischen Truppen im Irak haben laut Agenturmeldungen am Donnerstagabend zudem den internationalen Flughafen von Bagdad angegriffen. Er gilt als strategisch wichtiges Ziel, da über den Luftweg Nachschub zu den US-geführten Truppen gebracht werden könnte. Eine Einnahme des Flughafens wäre der Durchbruch, hieß es in in Fernsehberichten. Bestästigte Berichte darüber gibt es bislang nicht.

"Der Krieg ist noch nicht vorbei"

US-General Vincent Brooks vom US-Zentralkommando hatte tagsüber in Doha im Emirat Katar gesagt, die US-Streitkräfte gingen "vorsichtig optimistisch" in den Kampf um Bagdad. Man könne aber die weitere Entwicklung nicht konkret voraussagen. Brooks: "Der Krieg ist noch nicht vorbei."

Die alliierten Streitkräfte im Irak werden sich nach den Worten von US-Präsident George W. Bush "durch nichts" davon abhalten lassen, den Krieg bis zum Fall des Regimes von Saddam Hussein weiterzuführen. "Wir werden erst stoppen, wenn der Irak frei ist", sagte Bush am Donnerstag bei einem Besuch auf dem Militärstützpunkt Camp Lejeune in North Carolina. Mit Blick auf den Vormarsch der alliierten Truppen auf Bagdad fügte Bush hinzu: "Das Ende für dieses brutale Regime ist nahe." Die Alliierten befänden sich auf den letzten Metern der Strecke. Bush: "Nachdem wir hunderte Meilen zurückgelegt haben, gehen wir nun die letzten 200 Meter."

US-Bomber von US-Rakete abgeschossen

Der Abschuss eines US-Jagdbombers vom Typ FA-18 Hornet im Irak ist nach Angaben des US-Zentralkommandos möglicherweise durch eine Rakete der alliierten Streitkräfte verursacht worden. Der Jagdbomber der US-Marine sei am Mittwoch im Einsatz über dem Zentralirak gewesen, als er möglicherweise von einer Patriot-Rakete abgeschossen worden sei, hieß es in einer am Donnerstag in Katar veröffentlichten Erklärung des Zentralkomandos. Über das Schicksal des Piloten der einsitzigen Maschine wurden keine Angaben gemacht.

USA und Großbritannien werfen Streubomben

Amerikaner und Briten setzen nach britischen Medienberichten inzwischen auch Streubomben ein. Wegen ihrer verheerenden Wirkung verlangen Menschenrechtsorganisationen seit langem deren Ächtung. Diese Waffen treffen nicht nur präzise Ziele, weshalb sie häufig Zivilisten verletzen oder töten. Streubomben bestehen aus einer großen Bombe, die bei der Explosion zahlreiche kleine Sprengsätze freisetzen, die auf große Gebiete niedergehen. Iraks Informationsminister El Sahhaf sagte, bei einem Streubombenangriff auf den Bagdader Stadtteil El Durra seien am frühen Donnerstagmorgen 14 Menschen getötet worden. Insgesamt seien bei Luftangriffen in der Hauptstadt seit Mittwoch 19 Zivilisten getötet und rund 200 Menschen verletzt worden.

Streit um die Rolle der UN im Irak

In den transatlantischen Beziehungen bahnt sich ein neuer Streit über die Rolle der Vereinten Nationen (UN) nach Ende des Irak-Kriegs an. US-Außenminister Colin Powell sagte nach einem Treffen mit seinen NATO- und EU-Kollegen am Donnerstag in Brüssel, nach dem Krieg müssten zunächst die Alliierten für Stabilität sorgen. Die europäischen Außenminister forderten dagegen einhellig eine "zentrale Rolle" der UN. Auch Großbritannien schloss sich dem an.

Powell stellte klar, dass unmittelbar nach dem Krieg die Generäle der USA und Großbritanniens zunächst dafür verantwortlich seien, die Region zu stabilisieren. Die Schritte danach müssten geprüft werden. Klar sei auch, dass die Vereinten Nationen eine Rolle spielen müssten. "Welche Rolle dies sein wird, das bleibt abzuwarten", sagte Powell. (kap)

Hinweis: Angaben zu Truppenbewegungen, Opfern und Schäden basieren zumeist auf Informationen der Kriegsparteien und können in der Regel nicht unabhängig überprüft werden.