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Kultur

Stromausfall - diesmal in Italien

In weiten Teilen Italiens ist in der Nacht zum Sonntag der Strom ausgefallen. Nach Angaben des römischen Innenministeriums kam es gegen 3.30 Uhr zu einem Blackout. War Frankreich Schuld?

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Zappenduster

Der Stromausfall hat der "Weißen Nacht" in Rom ein abruptes Ende beschert: Zahlreiche Museen, Geschäfte, Restaurants und Bars hätten bis zum Morgengrauen geöffnet haben sollen, als es plötzlich stockdunkel wurde. Zuvor hatte starker Regen bereits einige Veranstaltungen unterbrochen. "Wir sind ganz und gar nicht fröhlich hier", sagte ein durchnässter Festbesucher. "Alles war prima bis gegen halb vier Uhr. Dann passierte es und jetzt sind wir sauer und nass."

Landesweit kein Strom – außer auf Sardinien

"Ein großer Teil des Landes liegt im Dunkeln", sagte ein Sprecher des Amtes für Zivilschutz. Landesweit saßen Reisende in Zügen fest, meldete die Nachrichtenagentur ANSA. In Südtirol musste ein Zug aus einem Tunnel geschleppt werden. Wegen des Stromausfalls in Italien konnte auch der Bahnverkehr zwischen der Schweiz und Italien am Sonntagmorgen nicht aufgenommen werden. Wie die Verkehrsinformation Viasuisse mitteilte, verkehrten die internationalen Züge in Richtung Süden nur bis Chiasso. Bei den aus Chiasso kommenden Zügen fehlten die Wagen aus Italien.

Nach Angaben eines Polizeisprechers in Rom war die Elektrizität überall in Italien außer auf Sardinien ausgefallen. Noch nach Stunden war unklar, wann die Versorgung wiederhergestellt werden kann. Telefone und Handys funktionierten jedoch weiter. Krankenhäuser und andere Notfallzentren arbeiteten mit Notstromgeneratoren. Die Mailänder Behörden teilten am Morgen mit, dass dort die Stromversorgung in der Stadt und in einigen umliegenden Gebieten zum Teil wiederhergestellt worden sei. "Natürlich gibt es Probleme, aber angesichts der Lage läuft es noch gut", sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes.

Lag die Ursache in Frankreich?

Wie der französische Stromversorger RTE am Sonntag (28.9.2003) mitteilte, sind - vermutlich wegen eines Gewitters - um 3.25 Uhr zwei Hochspannungsleitungen zwischen den beiden Ländern kurzfristig unterbrochen worden. Dennoch hat RTE die Verantwortung für den Stromausfall in Italien abgelehnt. Die Panne sei entstanden, weil das italienische Netz nach der kurzfristigen Unterbrechung zweier Hochspannungsleitungen von Frankreich nach Italien nicht wieder geöffnet worden sei, sagte ein RTE-Sprecher. "Wir dementieren, dass der Ursprung französisch sein soll."

Nach Angaben des Unternehmens waren am frühen Sonntagmorgen um 3.25 Uhr zwei 400.000-Volt-Leitungen offenbar wegen eines Gewitters kurzfristig ausgefallen. "Der Strom hätte aber sofort wieder fließen können, wenn auf italienischer Seite die Leitung wieder hergestellt worden wäre", sagte der Sprecher. "Die Spannung stand zur Verfügung." Italien hatte schon im Juni in einigen Landesteilen mit Stromausfällen zu kämpfen, als wegen der außergewöhnlichen Hitze die Stromnetze überlastet waren. Die nationale Elektrizitätsgesellschaft ACEA hatte schon zuvor gewarnt, der Strombedarf in Italien steige stärker, als langfristig Energie bereitgestellt und importiert werden könne.

Letztes Glied einer längeren Kette

Italien ist nicht das einzige Land, das in jüngster Zeit von schweren Stromausfällen betroffen war. Ab dem 14. August waren rund 50 Millionen Menschen in den USA und Kanada tagelang ohne Strom: Experten zufolge war das veraltete Stromnetz Nordamerikas zusammengebrochen. Am 28. August war London betroffen: Die britische Hauptstadt stürzte in ein abendliches Verkehrschaos, als im ganzen Zentrum die Energieversorgung ausfiel. Am 23. September gingen in Dänemark und Schweden die Lichter aus. Dort war es nach einem Problem in einem schwedischen Atomkraftwerk zu mehreren Fehlschaltungen in den Stromnetzen gekommen. (arn)

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