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Kältewelle

Strom könnte in Frankreich knapp werden

Frankreich wappnet sich wegen der Kältewelle in Europa gegen Engpässe bei der Stromversorgung. Da zehn Atomkraftwerke wegen Wartungsarbeiten nicht am Netz sind, sollen Stromimporte mögliche Blackouts verhindern.

Frankreich Paris Brunnen Frost Winter Symbolbild (picture alliance/Photoshot/C.Yichen)

Vereister Brunnen auf dem Place de la Concorde in Paris

Der staatlich dominierte Energiekonzern EDF, die Netzbetreiber und das Umweltministerium in Paris forderten die Verbraucher auf, sparsam mit Energie umzugehen und etwa Wasch- und Spülmaschinen nur außerhalb der Hauptverbrauchszeiten laufen zu lassen, um Engpässe zu vermeiden.

Der Übertragungsnetzbetreiber RTE geht davon aus, dass Kraftwerke und Importe den Bedarf an diesem Dienstag ohne Einschränkungen abdecken können. Am Mittwoch könne es jedoch notwendig werden, Maßnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs umzusetzen, teilte das Unternehmen mit. RTE könnte dann etwa die Versorgung ausgewählter Industriestandorte zeitweise stoppen oder die Spannung im ganzen Netz senken. Schon ein Teil der möglichen Schritte sollte ausreichen, um die Versorgung zu sichern, hieß es.

Heizen mit Strom weit verbreitet

Der französische Wetterdienst erwartet, dass in großen Teilen des Landes von Dienstag an den ganzen Tag Frost herrscht. Die Kältewelle soll bis Ende der Woche dauern. Da Millionen Menschen in Frankreich ihre Häuser und Wohnungen fast ausschließlich mit Elektro-Heizungen wärmen, nimmt der Stromverbrauch bei Kälte jeweils stark zu. 

Ursache für die aktuell drohenden Versorgungsengpässe in Frankreich ist, dass zehn große Atommeiler des Landes im Dezember vom Netz gegangen sind, so viele gleichzeitig wie seit zehn Jahren nicht. Die meisten liegen still, weil wegen fehlerhafter Bauteile neue Sicherheitsprüfungen notwendig sind. Stromimporte aus Deutschland und anderen Nachbarländern sollen die Lücken bei der Stromversorgung füllen.

Frankreich ist von der Atomkraft so abhängig wie kein anderes Land in Europa: Rund 75 Prozent des Stroms werden in Kernkraftwerken produziert. Insgesamt gibt es 58 Atomreaktoren an 19 Standorten.

qu/wa (dpa)

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