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Kultur

Strittige Herkunft der Hitler-Pferde

Am Mittwoch tauchten in Bad Dürkheim verschollen geglaubte Werke von den NS-Künstlern Thorak, Breker und Klimsch auf. Nun geht ein Besitzer in die Offensive. Er behauptet, sie gehörten ihm rechtmäßig.

"Mein Mandant ist kein Hehler", sagte der Anwalt eines Mannes, in dessen Lagerhalle am Mittwoch

NS-Kunst

polizeilich sichergestellt worden war. Er sei Eigentümer der Kunstgegenstände und habe sie vor mehr als 25 Jahren von der russischen Armee und den früheren Herstellern rechtmäßig erworben, teilte sein Anwalt am Freitag mit. Als Leihgaben seien sie mehr als 20 Jahre lang im Rahmen einer Breker-Ausstellung in Nörvenich in Nordrhein-Westfalen größtenteils öffentlich ausgestellt gewesen. Zudem habe er schon vor Jahren einer Einrichtung des Bundes das Angebot gemacht, ihr die beiden Bronze-Pferde von Josef Thorak als Leihgabe zu überlassen. Diese Offerte sei aber nicht angenommen worden.

Bundesweite Suche nach NS-Kunst

Bei einer

Razzia

fand die Polizei am Mittwoch mehrere Werke der NS-Bildhauer Arno Breker, Josef Thorak und Fritz Klimsch. Nach Angaben der federführenden Berliner Polizei wurden in dem Fall der jahrelang verschwundenen Objekte acht Verdächtige im Alter zwischen 64 und 79 Jahren als Täter ermittelt. Sie sollen die Skulpturen und Reliefs gestohlen und den Weiterverkauf ausgehandelt haben. Zwei Hauptverdächtige lebten in Bad Dürkheim und seien miteinander verwandt, sagte ein Polizeisprecher.

Noch eine weitere Skulptur von Arno Breker könnte ebenfalls wieder aufgetaucht sein, wie Spiegel.de berichtet. "Die Wehrmacht", die im Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei stand, gilt seit dem Zweiten Weltkriegsende als verschollen. Sie sei allerdings stark beschädigt, weil sie zwischenzeitlich auseinander gebaut worden sei. Die Skulptur habe sich in einer Kunstsammlung in der Nähe von Kiel befunden.

so/rey (dpa, Spiegel.de)

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