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Politik

Streubomben verboten

Auf einer internationalen Konferenz zum Verbot von Streubomben haben sich die 109 teilnehmenden Länder auf ein Verbot der Waffen geeinigt. Die Haupthersteller und Benutzer waren gar nicht erst angereist.

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Streubombe im Libanon (2006)

Delegierte aus 109 Ländern haben sich am Mittwoch (28.5.2008) auf ein Abkommen zur Abschaffung von Streubomben in den kommenden acht Jahren verständigt. Das berichteten Diplomaten auf einer Konferenz in Dublin. Der Durchbruch kam, nachdem der britische Premierminister Gordon Brown den Verzicht seines Landes auf diese Waffenart bekannt gegeben hatte. Großbritannien werde die umstrittene Waffe aus seinen Arsenalen entfernen, sagte Brown in London.

Bomben gestabelt

Kommen intelligentere Waffen?

Er wolle damit beitragen, die Blockade in den Bemühungen um ein internationales Verbot von Streubomben zu überwinden, sagte Brown. Er hoffe, andere Staaten würden dem britischen Beispiel folgen. Wie Diplomaten in Dublin erklärten, verständigten sie sich nach zehntägigen Beratungen auf ein Abkommen, das die derzeit üblichen Streubomben verbietet und ihre Zerstörung innerhalb von acht Jahren zum Ziel hat. Laut dem vorliegenden Entwurf ist aber die Entwicklung neuer Bombentypen nicht ausgeschlossen.

Briten verzichten

Brown erklärte, er habe die britische Delegation angewiesen, ein totales Verbot von Streubomben zu unterzeichnen, darunter zwei Bombentypen, die auch von den britischen Streitkräften benutzt werden. Die Staaten, die die Sprengsätze vor allem herstellen oder verwenden - die USA, Russland, China, Israel, Indien und Pakistan - sind an den Beratungen in Irland allerdings nicht beteiligt. Mehrere Länder werben damit, modernere und "intelligentere" Streubomben zu entwickeln, die ihre Ziele präziser treffen und sich selbst zerstören, wenn sie nicht wie vorgesehen explodieren.

Streubomben enthalten eine Vielzahl kleinerer Bomben, die sich über riesige Flächen ausbreiten.. Allerdings explodieren meist 10 bis 40 Prozent der Sprengsätze nicht sofort und stellen danach eine tödliche Gefahr dar, vergleichbar mit Landminen. Bei der kleinsten Berührung können sie explodieren. Opfer sind häufig auch Kinder, die sich wegen deren Form und Farbe für die Sprengsätze interessieren. (sams)

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