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Aktuell Amerika

Streit zum Auftakt des Parteitags der US-Republikaner

Alle Appelle zur Einigkeit blieben vergeblich. Schon der erste Tag des Parteitags der US-Republikaner zeigt die Zerrissenheit der Partei. Donald Trumps Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten gilt aber als sicher.

Beim Parteitag der US-Republikaner in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio ist es gleich zum Auftakt unerwartet zu Chaos und heftigem Streit über das Verfahren zur Nominierung des wahrscheinlichen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gekommen. Gegner des Immobilienmilliardärs wandten sich dagegen, dass die Abstimmungsregeln durch bloße Akklamation verabschiedet werden sollten. Als dies dennoch geschah, brachen sie in lautstarken Protest aus. "Schande, Schande", skandierten hunderte Delegierte (Artikelbild). Mehrere von ihnen verließen die Tagungshalle.

Trump-Lager setzt sich durch

Per Akklamation wurde bestätigt, dass die Ergebnisse der Vorwahlen für die große Mehrheit der Delegierten bei der Abstimmung über den Präsidentschaftskandidaten verbindlich sind. Die Trump-Gegner wollten durchsetzen, dass alle Delegierten frei über den Kandidaten entscheiden können. So wollten sie in letzter Minute verhindern, dass der 70-Jährige nominiert wird.

Eine Abstimmung über die Parteitagsregeln hätten die Gegner Trumps ziemlich sicher verloren. Mit ihrer Forderung wollten sie offensichtlich symbolisch ihrer Opposition gegen den einzigen Kandidaten Ausdruck verleihen. Die Nominierung Trumps zum Präsidentschaftskandidaten der konservativen Republikaner ist für diesen Dienstag vorgesehen.

Donald Trump (Foto: Reuters)

Donald Trump

Republikaner zerrissen

Trump hatte in einem aggressiven Vorwahlkampf alle republikanischen Mitbewerber um die Präsidentschaftskandidatur aus dem Feld geschlagen und die Partei zugleich einer Zerreißprobe ausgesetzt. Der Rechtspopulist hatte mit seinen radikalen Forderungen etwa zu pauschalen Einreiseverboten für Muslime und millionenfachen Ausweisungen von Mexikanern viele moderate Republikaner verprellt. Aber auch auf dem erzkonservativen Flügel misstrauen viele dem politischen Quereinsteiger, der sich beispielsweise uneindeutig zum Abtreibungsrecht geäußert hat.

Viele Parteiprominente wie die früheren Präsidenten George Bush und George W. Bush und die vormaligen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney und John McCain nehmen an dem Parteitag nicht teil.

Duell mit Hillary Clinton

Höhepunkt und Abschluss des Parteitags wird am Donnerstag die Rede Trumps sein, mit der er seine Nominierung durch die Delegierten annehmen und seine politischen Ziele vorstellen wird. Im Duell um das Weiße Haus wird Trump gegen Ex-Außenministerin Hillary Clinton antreten, die nächste Woche von den Demokraten nominiert werden soll. Die Nachfolgerin oder der Nachfolger des scheidenden Präsidenten Barack Obama wird am 8. November gewählt. Laut einer Umfrage der Zeitung "Washington Post" und des TV-Senders ABC liegt Clinton in der Wählergunst derzeit vier Punkte vor Trump.

wl/qu (dpa, afp, rtr)