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Politik

Streit um Wahlwerbung

Mit aufwändigen Fernsehspots hat US-Präsident George W. Bush den Wahlkampf für eine zweite Amtszeit eröffnet. Er thematisiert darin auch die Terroranschläge von 2001. "Geschmacklos!", sagen Angehörige der Opfer.

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Im Wahlkampf sind ihm viele Mittel recht

Spielende Kinder, lachende Eltern, engagierte Lehrer - Präsident Bush gibt sich in den Werbefilmen ganz als fürsorglicher Landesvater. "America – safer and stronger" lautet das Motto, also: mehr Sicherheit und Stärke durch George W. Bush. In einem anderen der jeweils 4,5 Millionen Dollar teuren Spots gibt sich Bush als Förderer unternehmerischer Freiheit: "Was sich nie ändern darf, ist der Unternehmergeist, den wir in Amerika haben. Dieses Land braucht einen Präsidenten, der das versteht."

Charakterstärke

Dann meldet sich die wohl frisierte First Lady Laura Bush zu Wort und lobt den Präsidenten und Ehemann: "Die Stärke, die Konzentration - er hat die Charaktermerkmale, die unser Land in diesen Zeiten braucht."

Wie im Echo darauf Präsident Bush: "Ich weiß genau, wohin ich dieses Land führen will. Ich weiß genau, was wir tun müssen, um diese Welt freier und friedlicher zu machen."

11. September

George Bush Wahlkampf im Fernsehen

George Bushs Wahlkampf im Fernsehen

In einem anderen der insgesamt drei Spots, die allesamt seit Donnerstag (4.3.) in fünf Sendern des Kabelfernsehens und auch in spanischer Sprache ausgestrahlt werden, weht die US-Flagge über den Trümmern des New Yorker "World Trade Centers". Angehörige der Opfer der Terroranschläge bezeichneten diese Art der Polit-Werbung als geschmacklos. Die Gefühle der Menschen würden für billige Wahlkampfpropaganda missbraucht.

Bush-Wahlkampfberaterin Karen Hughes wie dies Vorwürfe zurück: "Der 11. September ist nicht irgendein tragisches Ereignis aus der Vergangenheit. Dieser Tag hat unsere Zukunft definiert, hat unsere nationale Politik dauerhaft verändert. Es ist wichtig, dass der nächste Präsident dies weiß und dass wir immer noch im Krieg sind wegen dieses Tages."

Geld regiert

Präsident Bushs Wahlkampfkasse ist prall gefüllt. Bereits jetzt hat er über 150 Millionen Dollar an Wahlkampfspenden gesammelt. John Kerry, sein demokratischer Herausforderer, brachte es bis Ende Januar auf rund 30 Millionen.

Kerry hat mittlerweile den Washingtoner Geschäftsmann und früheren Politikberater James Johnson mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten beauftragt. Im Gespräch sind die unterlegenen demokratischen Präsidentschaftsbewerber John Edwards, Dick Gephardt und der Senator für Florida, Bob Graham. Denkbar sind aber auch Gouverneure aus Schlüsselstaaten, in denen Kerry im November unbedingt gewinnen muss, wenn er eine Chance gegen Bush haben will. Dazu gehört zum Beispiel Arizona, deren Gouverneurin Janet Nepalitano ebenfalls als mögliche Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten genannt wird. Traditionell benennt der Herausforderer seinen Kandidaten für den Vizepräsidenten kurz vor dem Wahlparteitag seiner Partei, der dieses Mal Ende Juli in Boston stattfinden wird.

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