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Afrika

Streit um Volkszählung in Kenia

Zum ersten Mal seit zehn Jahren wird in Kenia eine Volkszählung durchgeführt. Die Aktion ist sehr umstritten, denn es soll auch festgehalten werden, zu welcher Volksgruppe die Einwohner gehören.

Dorfbewohner versammeln sich unter einem Baum (Foto: picture-alliance/dpa)

Alle Kenianer sollen bei der Befragung mitmachen

"Jetzt ist für uns alle die Zeit gekommen, um gezählt zu werden." Mit diesen Worten eröffnete der kenianische Präsident Mwai Kibaki den Zensus, der am Montag Abend begonnen hat. Kibaki ließ es sich nicht nehmen, als erster den Fragebogen auszufüllen und rief seine Landsleute dazu auf, es ihm gleich zu tun und sich an der Volkszählung zu beteiligen. Die erhobenen Daten seien für die Entwicklung des Landes unentbehrlich, erklärte der Präsident.

Angst vor neuen Unruhen

Unruhen in Kenia 2008 (Foto: AP)

Bei den Unruhen 2000 starben über 1000 Menschen

Doch gerade die Nutzung der Daten stellen viele Kenianer in Frage. Besonders umstritten sind die Fragen zur ethnischen Zugehörigkeit. Ein Jahr nach den ethnisch aufgeheizten Unruhen, bei denen mehr als 1000 Menschen starben, befürchten viele, die Angaben könnten für politische Manipulationen missbraucht werden. "Die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung steht bedauerlicherweise im Mittelpunkt dieser Volkszählung", kritisierte Njoki Ndung'u von der kenianischen Bürgerrechtsbewegung Mars Group. "Dabei gibt es inzwischen so viele Mischehen im Land, dass viele Kenianer keiner einzelnen Ethnie mehr angehören". Kenianische Menschenrechtsorganisationen hatten die Regierung bereits vor Wochen aufgerufen, Fragen zur Stammeszugehörigkeit zu streichen. Kenias Statistikbehörde verteidigt sie aber als notwendig, um ein vollständiges Bild von der Nation zu erhalten.

Bisher keine exakten Einwohnerdaten

Der kenianische Präsident Mwai Kibaki (Foto: AP)

Kenias Präsident Mwai Kibaki

Präsident Kibaki erhob den Dienstag (25.08.2009) offiziell zum Feiertag, um den Zählern die Möglichkeit zu geben, bei Tageslicht zu arbeiten. Die Befragung der Bürger nach Sonnenuntergang war aus Sicherheitsgründen kritisiert worden. Die Zählung dauert noch bis zum 31. August. Die Gesamtzahl der Kenianer wurde bisher mit 35 Millionen angegeben. Es gibt aber auch Schätzungen von über 40 Millionen. Die Volkszählung könnte Klarheit darüber bringen, ob die Einwohnerzahl nach oben korrigiert werden muss. Wann erste Ergebnisse veröffentlicht werden, ist allerdings noch unklar. Die Ergebnisse der letzten Volkszählung waren nie vollständig veröffentlicht worden.

og/db/epd/ap

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