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Londoner Wahrzeichen

Streit um stummen Big Ben

Der berühmte Londoner Glockenschlag sollte wegen Reparaturarbeiten am Big Ben vier Jahre pausieren. Ein Unding, sagen jetzt Politiker des Parlaments, das diesen Reparaturen bereits zugestimmt hatte.

Großbritannien London - Uhrwerk von Big Ben (picture-alliance/dpa/L. Whyld)

Schon 2007 mussten die Bauarbeiter auf den Big Ben

Es ist ein vergleichbar einfaches und scheinbar wenig relevantes Thema, mit dem sich das britische Parlament nun schon zum zweiten Mal beschäftigen musste. Die weltberühmten Glocken und der Uhrenturm des Big Ben in London müssen repariert werden. Aus Sicherheitsgründen sollten - so der erste Beschluss des Parlaments - die Glocken während der vierjährigen Arbeiten nicht schlagen. Bei 120 Dezibel pro Glockenschlag drohten den Arbeitern Hörschäden.

Ahnungslose Entscheidung

Doch auch der Protest gegen die Entscheidung wurde wohl unerträglich laut, daher debattierte das Parlament erneut über die Glocke des Big Ben und stellte in Aussicht, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Verschiedene Politiker hatten zuvor erklärt, dass sie nicht gewusst hätten, dass Big Ben verstummen soll, als sie den Bauarbeiten zugestimmt hatten.

UK geplante Wartungsarbeiten beim Big Ben (picture-alliance/AP Photo/S. Dionisio)

Wenn diese Glocke schlägt, wird es sehr laut. Gefährlich laut?

"Natürlich wollen wir die Sicherheit der Arbeiter gewährleisten, aber es kann nicht richtig sein, dass Big Ben vier Jahre lang verstummt", sagte Premierministerin Theresa May von den konservativen Tories. Der Liberaldemokrat Tom Brake schlug vor, die Glocken nicht viertelstündlich während der Bauarbeiten läuten zu lassen. Aber vielleicht könnten sie zumindest häufiger schlagen als vorgesehen, so Brake. Welches Intervall er sich dabei vorstellen kann, sagte er nicht.

Dritte Glockenpause

Seit fast 157 Jahren schlägt Big Ben fast ohne Unterbrechung. Lediglich 2007 und zwischen 1983 und 1985 musste der Glockenschlag wegen Renovierungsarbeiten aussetzen. Die jetzt geplante Sanierung dient dem Erhalt der Uhr mitsamt dem 96 Meter hohen Turm des Westminister-Palastes, in dem das Parlament tagt. Die Renovierung soll 29 Millionen Pfund (knapp 32 Millionen Euro) kosten. Währenddessen wird die Turmuhr auch weiter die Zeit anzeigen. Mindestens eine der vier Seiten des Uhrenturms soll immer sichtbar bleiben, hieß es.

Benannt wurde Big Ben vermutlich nach dem britischen Baumeister und Politiker Sir Benjamin "Ben" Hall. Er lebte von 1802 bis 1867.

fab/HF (dpa, afp)

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