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Ostmitteleuropa

Streit um polnisch-litauische Namensschreibweise

- Entsprechendes Abkommen steht immer noch aus

Warschau, 10.04.2002 PAP. poln.

Der Sekretär der Litauischen Konservativen Partei, der Abgeordnete Jurgis Razma, hat Zweifel an der Notwendigkeit des Abkommens zwischen Polen und Litauen über die Schreibweise der polnischen Namen in Litauen und der litauischen Namen in Polen geäußert, das unterzeichnet werden soll.

Am Montag (8.4.) wandte er sich in einem Brief an den Innenminister Litauens Juzosas Bernatonis mit der Bitte, die Frage zu beantworten, ob dieses Abkommen mit der litauischen Verfassung und dem Gesetz über die litauische Sprache übereinstimme und ob es wirklich notwendig sei. Ferner fragte er, ob dieses Abkommen nicht nur auf die Initiative der polnischen Seite zurückzuführen sei:

"Ich weiß nicht, ob dieses Abkommen notwendig und gerechtfertigt ist. Nach meiner Kenntnis sind solche Abkommen in den demokratischen Staaten nicht üblich. Es ist außerdem unbekannt, wie viele Personen, d.h. wie viele Polen in Litauen und Litauer in Polen sich für die originale Schreibweise ihrer Namen aussprechen. Ich weiß nicht ob dieses Abkommen von Vorteil wäre oder nicht. Ich weiß lediglich, dass jedes Abkommen einer Begründung bedarf", sagte am Dienstag (9.4.) Juris Razma gegenüber der Polnischen Presseagentur (PAP).

Der Abgeordnete Jurgis Razma ist über die Aussage der Innenminister beider Staaten empört, die während des letzten Besuches des polnischen Innenministers in Wilna erklärt haben, dass in dieser Angelegenheit eine politische Verständigung erzielt worden sei.

"Ich weiß nicht, mit wem der Minister über diese Angelegenheit gesprochen hat und von welchen politischen Institutionen er den Segen bekam", sagte Jurgis Razma.

Auch der Vorsitzende der Litauischen Konservativen Partei, Vytauatas Landbergis, hat die Absicht kritisiert, das Abkommen über die Schreibweise der Namen zu unterzeichnen. Er erklärte, man wolle es damit einer einzigen Minderheit "recht machen", "denn für keine andere nationale Minderheit in Litauen ist die originale Schreibweise der Namen vorgesehen".

Nach Meinung von Landberigis ist dieses Abkommen ein Ausdruck für "europäischen Provinzionalismus". Die polnisch - litauischen Beziehungen seien "so gut, dass man sie tiefer und aus einer breiteren Perspektive betrachten sollte."

Das Abkommen über die Schreibweise der Namen sollte am 28. März in Warschau von den beiden Premierministern während einer Sitzung des Rates der beiden Regierungen unterzeichnet werden. Der litauische Premierminister Algirdas Brazauskas sagte jedoch sein Besuch in Polen ab. Einer der Gründe dafür war die fehlende Bestätigung für den Entwurf des Abkommens über die Schreibweise der polnischen Namen in Litauen und der litauischen Namen in Polen.

Nach Informationen des Direktors der Abteilung für Information beim litauischen Außenministerium, Petras Zapolskis, "ist noch unbekannt, wann der Premierminister Litauens nach Waschau reisen wird. Das Datum des Besuchs wird auf diplomatischen Wege festgelegt werden". (Sta)

  • Datum 11.04.2002
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