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Fußball

Streit in der Führungsetage

Es schien nur eine Formsache: die Vertragsverlängerung für Bundestrainer Joachim Löw war per Handschlag längst beschlossene Sache. Doch die Verhandlungen in der DFB-Zentrale in Frankfurt sind überraschend gescheitert.

Der deutsche Bundestrainer Joachim Löw (r.) und der Manager der Mannschaft, Oliver Bierhoff (Foto: dpa)

Der deutsche Bundestrainer Joachim Löw (r.) und der Manager der Mannschaft, Oliver Bierhoff

Lange Zeit schien die Sache klar: Bundestrainer Joachim Löw sollte seine erfolgreiche Arbeit auch über die Weltmeisterschaft in Südafrika hinaus fortsetzen. Der schriftliche Vertrag sollte an diesem Donnerstag (04.02.2010) folgen. Mit Problemen hatte keiner gerechnet. Es kam anders: in Abwesenheit des Bundestrainers konnten sich DFB-Präsident Theo Zwanziger und Manager Oliver Bierhoff nicht einigen. "Es sind Vorstellungen entwickelt worden, die mit Blick auf die Satzung nicht zu akzeptieren sind," bilanzierte der sichtlich enttäuschte Präsident den Verlauf der Gespräche. "Deshalb setzen wir die Gespräche nicht fort," betonte Zwanziger. Die heiße Phase der WM-Vorbereitung wird nun vom Streit um die zukünftige Führung der Nationalmannschaft belastet. Erst im Sommer werden sich beide Seiten zu neuen Verhandlungen zusammen setzen.

Streit um Geld und Kompetenzen

DFB-Präsident Theo Zwanziger (Foto: AP)

DFB-Präsident Theo Zwanziger lässt sich nicht unter Druck setzen

Bundestrainer, Manager und auch die Assistenztrainer Hansi Flick, Andreas Köpke und Chefscout Urs Siegenthaler wollen nach Presseberichten für einen neuen Zweijahresvertrag eine Bonuszahlung in Höhe eines Jahresgehalts vom DFB. Das will Verbandspräsident Zwanziger nicht akzeptieren. Zudem fordert Bierhoff ein Vetorecht bei der Besetzung des Bundestrainerpostens. Die Entscheidung darüber, wer eines Tages Nachfolger von Joachim Löw wird, will sich der DFB aber nicht aus der Hand nehmen lassen. "Wir akzeptieren natürlich die Entscheidung des Präsidiums, auch wenn wir sie sehr bedauern," erklärte Oliver Bierhoff.

Löw wehrt sich

Joachim Löw hat sich in einer ersten Reaktion enttäuscht über die gescheiterte Vertragsverlängerung gezeigt und zugleich die DFB-Spitze kritisiert. "Von unserer Seite wurde ein verhandelbarer Vorschlag vorgelegt, uns dagegen wurde ein nicht-verhandelbares Angebot zugestellt, über das ich innerhalb von 48 Stunden entscheiden sollte", erklärte der Bundestrainer. Die sportliche Leitung der Nationalmannschaft habe sich in den vergangenen Wochen "ganz bewusst" nicht konkret zur Vertragssituation geäußert. Es seien "viele Unwahrheiten in Umlauf gekommen", betonte Löw. "Einen Handschlag-Vertrag hat es zum Beispiel nicht gegeben."

Nationalmannschaft unter Druck

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer (Foto: dpa)

Hat er bald das Sagen? - DFB-Sportdirektor Matthias Sammer

Mit dem Scheitern der Verhandlungen stehen Bundestrainer Joachim Löw und seine Mannschaft bei der bevorstehenden WM unter besonderem Druck. Denn ein frühes Ausscheiden der Deutschen würde sicher auch weitere Gespräche belasten. Dann könnte ein Mann ins Blickfeld rücken, der sich zuletzt eher bedeckt hielt. Sportdirektor Matthias Sammer wird schon als möglicher Nachfolger von Löw gehandelt. Theo Zwanziger aber hofft weiter auf eine Zusammenarbeit mit dem bisherigen Team. "Grundsätzlich sind weiterhin beide Seiten an einer Fortsetzung der guten Zusammenarbeit interessiert," erklärte der DFB-Präsident.

Autor: Joachim Falkenhagen (sid/dpa)
Redaktion: Stefan Nestler

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