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Wirtschaft

Streit auf dem Walfang-Gipfel

Beim Treffen der Internationaler Walfangkommission im amerikanischen Anchorage fordert Japan eine Ausnahmegenehmigung für die Jagd, die andere Staaten aber ablehnen.

Tauchender Wal. Quelle: AP

Das Walfangverbot steht zur Disposition. Japan kämpft für eine Aufhebung.

Japan hat am Montag (28.5.07) indirekt mit seinem Ausstieg aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) gedroht, sollte es im Streit um die Zukunft des seit 1986 geltenden Walfangverbots kein Entgegenkommen geben. "Sollten wir beim diesjährigen Treffen keinen deutlichen Fortschritt sehen, wird meine Regierung Schwierigkeiten haben, in der IWC fortzufahren", sagte der japanische Delegierte Joji Morishita.

Auf der Jahresversammlung der IWC bot Morishita einen Kompromiss an: Tokio will auf seine Pläne verzichten, 50 Buckelwale zu Forschungszwecken zu jagen, wenn es im Gegenzug für vier Küstengemeinden Ausnahmegenehmigungen erhält. Die Idee, den Kommunen den Fang in begrenztem Umfang zu erlauben, lehnt sich an die Praxis an, Ureinwohnern mit langer Walfangtradition die Jagd für den Eigenbedarf zu genehmigen.

Widerstand gegen japanischen Kuhhandel

Walfanggegner stellten allerdings klar, dass sie einem solchen Handel nicht zustimmen würden, da dies einer teilweisen Aufhebung des Moratoriums gleichkomme. Australiens Umweltminister Malcolm Turnbull bezeichnete den japanischen Plan in Anchorage als "Provokation". Sein britischer Kollege Barry Gardiner sagte, mit dem Schicksal der bedrohten Meeressäuger dürfe kein "Kuhhandel" getrieben werden. Unterhändler Morishita warnte, sein Land akzeptiere die Unterscheidung zwischen kommerziellem Walfang und dem Fang für den Eigenbedarf nicht mehr. "Künftig sollte nur noch danach entschieden werden, ob die Form des Walfangs umweltverträglich ist oder nicht."

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Im Vorjahr hatte Japan überraschend eine knappe Mehrheit gegen das Moratorium organisiert. Eine nicht bindende Erklärung wurde mit einfacher Mehrheit verabschiedet, die das Fangverbot als nicht mehr notwendig bezeichnet. Der Walfang wurde nur deshalb nicht wieder aufgenommen, weil dafür eine Drei-Viertel-Mehrheit der 75 IWC-Mitglieder nötig gewesen wäre. Japan strebt nun eine Änderung der Geschäftsordnung an, so dass künftig eine absolute Mehrheit reicht. Doch scheinen in diesem Jahr die Gegner des Walfangs leicht in der Mehrzahl zu sein.

20.000 Großwale getötet

Seit Beginn des Verbots vor 21 Jahren wurden etwa 20.000 Großwale getötet. Walfangnationen wie Japan, Norwegen und Island nutzen dabei ein Schlupfloch, das den Fang für wissenschaftliche Zwecke erlaubt. Gerade in Japan landet das Fleisch aber oft auf dem Teller. Japan argumentiert, der Verzehr sei Teil seiner Esskultur. Zudem hätten sich die Bestände vieler Walarten erholt und könnten in bestimmten Grenzen gejagt werden - was Umweltschützer bestreiten.

Die Delegierten in Anchorage beschäftigen sich auch mit der Forderung, einheimischen Jägern etwa in Alaska weitere fünf Jahre zu erlauben, eine bestimmte Anzahl von Grönlandwalen zu erlegen. Solche Ausnahmen zu verweigern, würde den Lebensstil der Ureinwohner gefährden, sagte Senator Ted Stevens zu Beginn der Tagung. Erschwert werden die Beratungen in dieser Frage durch die Forderung Grönlands, die Zwergwalquote für einheimische Jäger zu erhöhen und Buckel- sowie Grönlandwale hinzuzufügen. (tos)

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