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Wirtschaft

Streit über Makrele, Einigung bei Kabeljau

Nach zähen Verhandlungen haben die europäischen Fischereiminister in Brüssel neue Fangquoten für Nordsee und Nordatlantik festgelegt. Ungeklärt blieb eine Reihe von Konfliktpunkten mit dem Nicht-EU-Land Norwegen.

Fangschiffe im Einsatz (Foto: dpa)

Moderner Fischfang: Zwischen Artenschutz und Gewinnstreben

Besonders stolz erschien Joseph Borg, den sie alle nur Joe nennen, als er den totalen Fangstopp für den Dornhai und den Heringshai verkünden konnte. Der EU-Kommissar für Fischerei und maritime Angelegenheiten berichtete mit Genugtuung über den mühsam erzielten Kompromiss der zuständigen Minister der EU-Mitgliedstaaten über die neuen Fischfangquoten.

Grenzen für Kabeljau, Schellfisch und Hering

Kommissar Borg mit Blick aufs Meer (Foto: dpa)

Joe Borg, EU-Kommissar für Fischerei und Maritimes

Zum Schutz gefährdeter Arten wie Kabeljau und Schellfisch wurden einerseits die Genehmigungen für das kommende Jahr eingeschränkt. Zur Stärkung der Fischereiwirtschaft erhöhte man auf der anderen Seite jedoch gleichzeitig die Quoten für Seehechte.

Nach den am Mittwoch (16.12.2009) in Brüssel erläuterten Details müssen die Fischer laut EU-Vereinbarung bei Kabeljau, Schellfisch und Seezunge um 20 bis 25 Prozent unter den Mengen von 2009 bleiben. Dafür dürfen sie um 15 Prozent mehr Seehechte fangen, deren Vorkommen sich leicht verbessert hat. Die EU lockerte außerdem das Verbot des Sardellenfangs in der Biscaya, worauf Frankreich und Spanien gedrängt hatten.

Reaktion auf Erholung

Gestaffelt neugeordnet wurden auch die Quoten für Hering. In der Irischen See bleibt es bei der Menge vom Vorjahr, in Nordwestirland und im Gebiet vor der deutschen Nordseeküste gibt es einen Rückgang von 20 Prozent.

"Wir haben bei den Beständen, wo eine gewissen Erholung festgestellt worden ist, die Quoten ein wenig angehoben", sagte Borg. So dürften etwa in der Keltischen See sieben Prozent und in der Irischen See 14 Prozent mehr Scholle gefangen werden.

Überfischung nimmt teilweise ab

Grundsätzlich könne festgestellt werden, dass einige Bestände "jetzt nachhaltiger gefischt" würden und "die Überfischung auch abnehme", erläuterte der maltesische Politiker weiter. Hintergrund ist: Die europäische Fangflotte war insgesamt zwar geschrumpft, durch technologischen Fortschritt der Fang aber auch effizienter geworden, mit gravierenden Folgen für die Bestände. Ungeachtet der jetzt konstatierten offensichtlichen Erholung mahnte Borg erneut, auch künftig auf die Empfehlungen der Wissenschaftler zu achten.

Streit mit Norwegen bleibt ungelöst

Dorsch wird mit Messer filitiert (Foto: AP)

Schnell und geschickt filetiert: Fischverarbeitung im Akkord schon auf dem Schiff

Die erlaubten Fangmengen für die Makrele werden in den ersten Monaten 2010 je nach Gebiet deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen. Grund dafür ist, dass der Fisch teilweise in norwegischen Gewässern gefangen wird, es aber noch keine Einigung zwischen der EU und dem skandinavischen Nicht-EU-Land gibt.

So dürfen Fischer in den nördlichen Gebieten vorläufig lediglich 65 Prozent der Makrelenmenge fangen wie 2009, im Süden sind es immerhin 90 Prozent. Sofort zu Jahresbeginn sollen die Verhandlungen mit Norwegen wieder aufgenommen werden.

Für kommerzielle Ostsee-Fischer waren die Fangquoten für 2010 schon im Oktober festgelegt worden.

Autor: Siegfried Scheithauer (rtr, dpa, afp)
Redaktion: Frank Wörner

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