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Wirtschaft

Streikwelle legt Belgien lahm

Gegen den Sparkurs der neuen Regierung lassen die belgischen Gewerkschaften die Muskeln spielen: Arbeitsniederlegungen bremsen vor allem den Fernverkehr aus. All dies ist nur das Vorspiel zum Generalstreik.

Sämtliche Verbindungen mit dem Schnellzug Thalys zwischen Belgien und Frankreich, sowie den Niederlanden und Deutschland wurden gestrichen. Der Eurostar fuhr lediglich von London bis ins nordfranzösische Lille. Der Bahn-Fernverkehr in ganz Belgien kam weitgehend zum Erliegen. ICE-Züge Richtung Brüssel fuhren laut Deutscher Bahn nur bis Aachen.

Und auch Brüssel selbst war in großen Teilen blockiert. Laut Betreibern fuhren in der Hauptstadt weder Metro noch Straßenbahnen oder Busse. Weil am Flughafen die Beschäftigten der Gepäckabfertigung streikten, wurden nach Angaben eines Sprechers 267 Flüge gestrichen - also fast die Hälfte der Verbindungen.

Neben Brüssel waren auch die umliegenden Provinzen Wallonisch-Brabant und Flämisch-Brabant betroffen. Streikposten verhinderten den Zugang zu Gewerbegebieten. Auch der Betrieb in öffentlichen Einrichtungen und Schulen war von dem Ausstand beeinträchtigt.

Die Aktionen sind Teil einer Streikwelle, die am nächsten Montag in einen landesweiten Generalstreik münden soll. Die Bewegung hatte Anfang November mit einem Marsch von mehr als 100.000 Menschen durch Brüssel begonnen, nach dem bei Zusammenstößen mehr als hundert Polizisten verletzt wurden.

Die Proteste richten sich gegen die seit Oktober amtierende Regierung von Ministerpräsident Charles Michel. Die Mitte-Rechts-Koalition will insbesondere ab 2030 das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre heraufsetzen und die in Belgien gängige Kopplung der Gehälter an die Inflation 2015 aussetzen.

Die Gewerkschaften sehen vor allem Arbeitnehmer, Arbeitslose, Senioren und Kranke durch die Regierungspläne belastet. Wohlhabende und Kapitaleigner blieben hingegen verschont, beklagen sie.

SC/det (afp, dpa)