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Aktuell Deutschland

Streiks behindern Flugverkehr

Der Streik des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sorgt den zweiten Tag in Folge für Ausfälle und Verspätungen. Die Gewerkschaft fordert kräftige Lohnerhöhungen.

Langr Schlangen vor den Sicherheitskontrollen auf dem Flughafen Köln/Bonn (Foto: AP/dapd)

Streik auf dem Flughafen Köln/Bonn

Schon in den Morgenstunden wurden auf den Flughäfen der beiden nordrhein-westfälischen Flughäfen mehr als hundert Verbindungen gestrichen. Vor den Sicherheitskontrollen bildeten sich lange Schlange (Artikelbild). Besonders betroffen war der Airport in Düsseldorf, der drittgrößte in Deutschland, mit 80 Flugausfällen. Streichungen gab es vor allem bei der Lufthansa und bei Air Berlin. Insgesamt erwartete der Flughafen Düsseldorf für den heutigen Freitag rund 24.000 abfliegende Passagiere. Viele von ihnen müssten mit Wartezeiten und Ausfällen rechnen, hieß es in einer Mitteilung des Flughafens. Bereits am Donnerstag, dem ersten Streiktag, waren auf beiden Airports rund 250 Flüge gestrichen worden.

30-Prozent-Forderung

Die Gewerkschaft Verdi will mit den Arbeitsniederlegungen ihre Forderung nach höheren Löhnen für die sogenannten Luftsicherheitsassistenten durchsetzen. Sie sind Angestellte von Firmen, die im Auftrag der Bundespolizei die Kontrollen der Flugpassagiere übernehmen. Verdi fordert eine Erhöhung der Stundenlöhne um rund 30 Prozent auf einheitlich 16,00 Euro. Auf den beiden Flughäfen sind in diesem Bereich rund 1000 Personen beschäftigt. Die privaten Sicherheitsunternehmen als Arbeitgeber haben eine Tarifanhebung von neun Prozent angeboten. Der Streik sei unverhältnismäßig, die Gehaltsforderung "völlig überzogen", erklärte der Branchenverband.

Streikende Mitarbeiter des Sicherheitspersonals auf dem Flughafen Düsseldorf (Foto: dapd)

Streik auf dem Flughafen Düsseldorf

Die Flughafenstreiks sind Teil einer Tarifauseinandersetzung, in der Verdi versucht, im privaten Wach- und Sicherheitsgewerbe eine bessere Entlohnung durchzusetzen. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der untersten Lohngruppe und erhalten einen Stundenlohn von 8,23 Euro. Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker drohte mit einer Verschärfung der Gangart, wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen sollten. So könnte die Gewerkschaft zu unbefristeten Streiks aufrufen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Sicherheitsleute an Flughäfen in anderen Bundesländern in einen Solidaritätsstreik träten, um ihre Kollegen in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen, sagte eine Verdi-Sprecherin.

wl/uh (dpa, rtr)