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Wirtschaft

Streik kostet Wirtschaft eine halbe Milliarde

Die deutsche Wirtschaft stellt sich wegen des fast einwöchigen Lokführerstreiks bei der Deutschen Bahn auf Schäden in dreistelliger Millionenhöhe ein. Dabei sind die Branchen unterschiedlich betroffen.

Die "erneute Eskalation im Tarifstreit" sorge für "leere Lager, unterbrochene Wertschöpfungsketten und Produktionsausfälle in zahlreichen Industriebranchen", kritisierte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am Montag in Berlin. Der fast einwöchige Ausstand schade dem Industriestandort Deutschland massiv und könne Schäden in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro verursachen, warnte der Verband.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat angekündigt, von Montagnachmittag bist Sonntagmorgen den Güterverkehr der Deutschen Bahn lahmzulegen, ab Dienstagfrüh auch den Personenverkehr.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Eric Schweitzer, bezifferte die Schäden für die Wirtschaft mit 500 Millionen Euro. "Alles in allem drohen Streikkosten von einer halben Milliarde Euro", sagte Schweitzer dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe). Nach Angaben des BDI treffen die Arbeitsniederlegungen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vor allem die Stahl-, die Chemie- und die Automobilindustrie.

Die einen leiden mehr, die anderen weniger

"Ein Sieben-Tage-Streik im Güterverkehr trifft die Stahlindustrie als den größten Kunden von DB Schenker Rail erheblich", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Montag. 200.000 Tonnen, die jeden Tag für die Stahlindustrie von der Bahn transportiert würden, könnten nur teilweise auf andere Verkehrsträger, wie Lastwagen oder Schiffe, umverteilt werden. "Da der Streik so kurzfristig angekündigt wurde, konnten zudem nur begrenzt Vorkehrungen getroffen werden."

Dagegen blicken deutsche Maschinenbauer dem mehrtägigen Streik bei der Bahn gelassen entgegen. "Die deutschen Maschinenbauer sind durch den Lokführerstreik nur in Maßen betroffen, da die Lieferung von Vorprodukten und Komponenten sowie der Transport der fertigen Maschinen an die Kunden in erster Linie durch Lastkraftwagen erfolgt", sagte Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VDMA, am Montag in Frankfurt. Einzelne Unternehmen würden den Streik im Güterverkehr in ihrer Lieferkette allerdings durchaus zu spüren bekommen: "Ebenso wird es für viele Mitarbeiter schwierig, rechtzeitig zu ihrer Arbeitsstätte zu kommen." Beziffern ließen sich die entstehenden Mehrkosten derzeit nicht. Der Maschinen- und Anlagenbau ist mit mehr als einer Million Beschäftigten Deutschlands größter industrieller Arbeitgeber.

zdh/iw (afp, dpa, rtr)