1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Öffentlicher Dienst

Streik in Chile führt zu Gesundheitsnotstand

Seit fast zwei Wochen streiken die öffentlichen Bediensteten in Chile. Weil sich der Müll in der Hauptstadt mittlerweile auf den Straßen stapelt, befürchtet die Regierung den Ausbruch des Zika-Fiebers.

Chile Generalstreik in Santiago (Picture-Alliance/dpa/M. Ruiz)

Streikende Angestellte in der Hauptstadt Santiago

Angesichts der hohen Temperaturen von über 30 Grad Celsius sah sich die zuständige Ministerin Carmen Castillo am Donnerstag dazu gezwungen, den Gesundheitsnotstand auszurufen. Laut dem Nachrichtenportal Emol sollen in Santiago de Chile Mega-Container aufgestellt werden, um den Müll dort einsammeln zu können. Zudem erhielten lokale Behörden die Erlaubnis, private Reinigungsunternehmen zu beauftragen, ohne dies wie sonst üblich vorher genehmigen lassen zu müssen.

Aber nicht nur der mögliche Ausbruch des von Mücken übertragenen Zika-Fiebers gefährdet die Chilenen. Überall im Land werden in den Krankenhäusern nur Notfälle behandelt. "Wir sind besorgt darüber, dass der Streik diejenigen trifft, die unser öffentliches Gesundheitssystem am dringendsten brauchen", erklärte die Gesundheitsministerin.

Gewerkschaft denkt über Verlängerung nach

An den Außengrenzen des Landes warten mittlerweile Hunderte Lastwagen mit Waren, die von den ebenfalls streikenden Zollbeamten nicht abgefertigt werden. Auch auf den Flughäfen kam es zu langen Abfertigungszeiten für Passagiere. Schätzungen zufolge hat der Handelssektor durch die Arbeitsniederlegungen mittlerweile Ausfälle in Höhe von rund 300 Millionen Dollar (270 Millionen Euro) zu verkraften.

Der Streik sollte nach zweiwöchiger Dauer am heutigen Freitag zu Ende gehen. Die Gewerkschaft der Staatsangestellten erwägt aber offenbar eine Verlängerung des Ausstands. Sie fordert eine Gehaltsanpassung von sieben Prozent. Die Regierung bietet nur 3,2 Prozent mehr Gehalt.

djo/se (dpa)