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Top-Thema – Podcast

Streik im Kindergarten

Erzieher in Deutschland gehen in den Arbeitskampf, Kindertagesstätten bleiben geschlossen. Die Eltern müssen andere Betreuer für ihre Kinder finden, doch viele haben Verständnis für den Streik. ‎

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Streik im Kindergarten – das Top-Thema als MP3

Wegen eines Streiks der Erzieherinnen und Erzieher bleiben im Mai 2015 deutschlandweit kommunale Kindergärten und Kindertagesstätten für viele Tage geschlossen. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten ein höheres Gehalt. Viele Städte und Gemeinden in Deutschland haben aber sehr wenig Geld und wollen nicht mehr zahlen. Die Gewerkschaften haben deshalb eine Arbeitsniederlegung für Sozialarbeiter und Erzieher beschlossen. Viele Eltern müssen nun Urlaub nehmen oder einen anderen Betreuer für ihre Kinder finden. Die Bonner Kindergartenleiterin Hildegard Lützeler hofft, dass sich durch den Streik der Druck auf ihren und auch andere kommunale Arbeitgeber erhöht.

Das Problem dabei ist, dass während der Streiktage kein finanzieller Druck auf die Städte und Gemeinden entsteht: „Im Gegenteil: Es wird jeden Tag Geld gespart“, meint Rechtsanwältin Nina Straßner. An den Streiktagen könnten sie die Löhne der Erzieher einbehalten und gleichzeitig die Gebühren der Eltern für den Betreuungsplatz verlangen. Viele Eltern zahlen dafür mehrere hundert Euro im Monat. Schließt der Kindergarten, müssen sie vielleicht einen Babysitter engagieren. Viel Geld für nicht erhaltene Leistungen, meint Straßner.

Der Druck auf die Arbeitgeber der Erzieher funktioniert nur politisch und über die öffentliche Meinung, meint Hildegard Lützeler: „Wir müssen auf die Straße gehen.“ Für sie ist es wichtig, dass die Eltern Verständnis für ihre Situation haben. Die Mutter der kleinen Rosa unterstützt das Team der Bonner „Rasselbande“: „Nur wenn die Erzieherinnen den Frust auch mal ablassen können, können sie hier mit Herz und Verstand ihren Job weitermachen.“


Glossar

Arbeitskampf, -kämpfe (m.) – hier: der Streik

Kindertagesstätte, -n (f.) – der Kindergarten für den ganzen Tag (Abkürzung: Kita)

Erzieher, -/Erzieherin, -nen – jemand, der in einem Kindergarten arbeitet und Kinder betreut

deutschlandweit – in ganz Deutschland

kommunal – so, dass es zu einer Stadt oder einer Gemeinde gehört

Arbeitsniederlegung, -en (f.) – der Streik

Sozialarbeiter, -/ Sozialarbeiterin, -nen – jemand, der sich beruflich um Menschen kümmert, die in einer schwierigen sozialen Situation leben

Kindergartenleiter, - /-in, -nen – Chefin eines Kindergartens

Gemeinde, -n (f.) – hier: das Dorf; die kleine Stadt

Rechtsanwalt, -anwälte/Rechtsanwältin, -nen – jemand, der Rechtswissenschaft studiert hat und jetzt im Beruf anderen vor Gericht hilft

die Löhne einbehalten – das Gehalt nicht zahlen

Betreuungsplatz, -plätze (m.) – hier: der Platz für ein Kind in einem Kindergarten

Babysitter, - (m., aus dem Englischen) jemand, der privat auf kleine Kinder aufpasst

jemanden engagieren – jemanden einstellen

auf die Straße gehen – hier: an einer Demonstration teilnehmen

Frust ablassen – seinen Ärger zeigen

mit Herz und Verstand – mit Gefühl und Vernunft


Fragen zum Text

1. Kindergärten und Kindertagesstätten bleiben geschlossen, weil …
a) die Erzieherinnen und Erzieher Urlaub nehmen müssen.
b) die Gewerkschaften mehr Geld für die Erzieher und Erzieherinnen fordern.
c) sich der Druck auf die kommunalen Arbeitgeber erhöht.

2. Was steht im Text? Die Städte und Gemeinden …
a) zahlen den Eltern die Gebühren immer zurück.
b) engagieren Babysitter, damit die Eltern keinen Urlaub nehmen müssen.
c) behalten die Löhne für die Erzieher.

3. Kindergartenleiterin Hildegard Lützeler …
a) glaubt, dass Demonstrationen den Druck erhöhen können.
b) hält den Streik für sinnlos.
c) ist Mutter der kleinen Rosa.

4. Während … entsteht kein finanzieller Druck auf die Städte.
a) den Streiktagen
b) der Streiktage
c) die Streiktage

5. Wegen … bleiben die Kindertagesstätten geschlossen.
a) des Streiks
b) der Streik
c) den Streik


Arbeitsauftrag
Wenn die Erzieher streiken, können Eltern ihre Kinder nicht in den Kindergarten bringen. Sammelt Ideen, was diese Eltern machen können, um dennoch zur Arbeit gehen zu können.

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