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Aktuell Europa

Streik gegen "Schmerz-Paket"

Wieder hat ein Generalstreik das öffentliche Leben in griechischen Städten weitgehend lahmgelegt. Und auch diesmal trieb der Ärger über Regierung und internationale Geldgeber Demonstranten zur Anwendung roher Gewalt.

Ein Mann läuft vor einer Reihe parkender Busse (Foto: Reuters)

Generalstreik in Griechenland

In Athen haben U-Bahnen den Betrieb eingestellt. Zug-, Fähr- und Busverbindungen wurden gestrichen. Ministerien, Schulen und zahlreiche andere staatliche Institutionen blieben geschlossen und in Krankenhäusern wurde mit einer Notbesetzung gearbeitet. Zahlreiche Inlandsflüge mussten annulliert werden, weil Fluglotsen für drei Stunden ihre Arbeit niederlegten. Auch Museen und antike Stätten empfingen keine Besucher. Es ist bereits der vierte Generalstreik in diesem Jahr.

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Wieder Generalstreik in Griechenland

In Athen kam es am Rande der Proteste zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Vermummte bedrängten Beamte am Syntagma-Platz vor dem Parlament und warfen Brandsätze, die Polizisten setzten Tränengas ein. Während der Ausschreitungen erlitt ein 65-jähriger Mann einen tödlichen Herzinfarkt. Laut Polizei waren rund 25.000 Demonstranten auf den Straßen der griechischen Hauptstadt, 17.000 protestierten demnach in der Hafenstadt Thessaloniki. Die für die Privatwirtschaft zuständigen Gewerkschaften riefen für Mitte November erneut zum Generalstreik auf.

Sperrkonto für Hilfsmilliarden

Das in einer tiefen Wirtschaftskrise steckende Land muss strikte Sparvorgaben der Troika - einem Kontrollgremium bestehend aus der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfond - erfüllen. Erst dann kann Griechenland weitere, dringend benötigte Finanzhilfen empfangen.

Mitglieder der Kommunistischen Tausende demonstrieren am Tag des Generalstreiksn in Griechenland auf den Straßen (Foto: Reuters)

Tausende ziehen auf die Straße und zeigen ihre Wut über die Sparpläne der Regierung

Deutschland will bei den Milliarden-Rettungshilfen für Griechenland die Zügel straffer anziehen. Wie aus Koalitionskreisen verlautete, will Berlin erreichen, dass die nächste Kredittranche auf ein Sonderkonto gezahlt wird, auf das die griechische Regierung nur eingeschränkten Zugang hat. Das Geld von dem Sperrkonto dürfe ausschließlich dafür verwendet werden, Kredite an internationale Geldgeber zurückzuzahlen. Geld für Löhne, Renten und Sozialleistungen müsse Griechenland selbst erwirtschaften. Auf diese Weise soll weiter Druck auf Athen ausgeübt werden, den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen.

Weitere Einschnitte für die Bevölkerung

Griechische Gewerkschaften halten diese Vorgaben für zu hart. Denn für die griechische Bevölkerung bedeutet das geplante Sparprogramm der Regierung zusätzliche Einschnitte und Kürzungen von Sozialleistungen. Gewerkschaften rechnen damit, dass Löhne um sechs bis 20 Prozent weiter gekürzt werden. Rentner müssen voraussichtlich Kürzungen im Umfang von 4,9 Milliarden Euro in Kauf nehmen.

vf/sti (dapd, dpa, afp)

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