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Deutschland

Streik der Lufthansa-Piloten ausgesetzt

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa ist vorerst beendet. Darauf einigten sich das Unternehmen und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit vor dem Arbeitsgericht. Der Flugbetrieb wird wieder aufgenommen.

Ein Lufthansa-Jet startet (Foto: dpa)

Vorerst sollen wieder alle Lufthansa-Jets starten

Knapp einen Tag nach seinem Beginn ist der Pilotenstreik bei der Lufthansa wieder gestoppt. Bei einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main einigten sich am Montagabend (22.02.2010) das Unternehmen und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, den Arbeitskampf vorübergehend zu beenden. Die Pilotengewerkschaft verpflichtete sich, bis zum 8. März ihren Arbeitskampf auszusetzen und die Piloten umgehend wieder zur Arbeit zu schicken. Der Flugverkehr soll schon am Dienstag wieder aufgenommen werden.

Lufthansa hält den Streik für unverhältnismäßig

Rund 4000 Lufthansa-Piloten waren aufgerufen, sich an dem Streik zu beteiligen. Er hatte am Montag begonnen und war auf insgesamt vier Tage angesetzt. Doch bereits am Mittag hatte die Lufthansa beim Arbeitsgericht Frankfurt einen Eilantrag gestellt, um eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Sie nannte den Streik unverhältnismäßig.

Die Vorstände der Pilotenvereinigung Cockpit Jörg Cebulla (l.) und Winfried Streicher (Foto: dpa)

Hundertprozentige Zufriedenheit sieht anders aus: Vertreter der Vereinigung Cockpit vor dem Arbeitsgericht

Dennoch werden sich Fluggäste auch noch am Dienstag auf Behinderungen und Flugausfälle einstellen müssen. Beide Tarifpartner wiesen nach der Einigung darauf hin, dass es noch dauern werde, bis der normalen Flugbetrieb wieder läuft. "Das ist unser Versuch, wieder ins Gespräch zu kommen", sagte der Vorsitzende der Cockpit-Tarifkommission, Thomas von Sturm, zu der Aussetzung des Streiks.

Hunderte Flüge gestrichen

Am Montag waren Hunderte Flüge ausgefallen. Vor allem Durchreisende waren davon betroffen. Sie mussten am Frankfurter Flughafen mitunter viele Stunden auf Anschlussflüge warten. Trotzdem war das befürchtete Chaos ausgeblieben. Viele Passagiere hatten sich nämlich im Vorfeld bereits informiert und waren auf zusätzliche Angebote der Deutschen Bahn ausgewichen. Die Streiks betrafen die Lufthansa, den Billig-Anbieter Germanwings sowie die Frachttochter Lufthansa Cargo.

Piloten in Uniform vor einem Lufthansa-Jet (Foto: AP)

Mehrere hundert Piloten hatten sich am Frankfurter Flughafen zu einer Kundgebung versammelt

Hauptstreitpunkt der Auseinandersetzung ist die Sicherung von Arbeitsplätzen für Piloten im gesamten Konzern. Sie befürchten, dass Jobs verloren gehen, weil die Lufthansa künftig mehr Strecken von ausländischen Tochterunternehmen bedienen lässt, bei denen die Flugkapitäne weniger verdienen. Die Gewerkschaft will, dass die deutschen Tarifbedingungen auch für diese Flugzeugführer gelten und ist dafür auch zu einer Nullrunde bereit.

Auch die Flugbegleiter wollen streiken

Derweil droht Deutschlands größter Airline ein Streik der Flugbegleiter. Deren Gewerkschaft UFO teilte am Montag mit, in den kommenden Wochen müsse mit Warnstreiks gerechnet werden. Bereits im Herbst habe UFO den Ende Februar auslaufenden Tarifvertrag gekündigt und Lufthansa aufgefordert, ein Angebot für die rund 16.000 Stewardessen und Stewards vorzulegen. Das Unternehmen weigere sich jedoch, Gespräche mit der Gewerkschaft aufzunehmen. UFO fordert bessere Arbeitsbedingungen für die Lufthansa-Flugbegleiter - unter anderem eine Begrenzung der Dienstzeiten auf 40 Stunden pro Woche und gleichbleibende Löhne auch bei Krankheit und Urlaub.

Autorin: Eleonore Uhlich (dpa,apn,rtr,afp)
Redaktion: Hajo Felten

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