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Arbeitskampf bei Volkswagen

Streik bei VW in der Slowakei beendet

Volkswagen in der Slowakei meldet nach einem sechstägigen Ausstand eine Tarifeinigung mit der Gewerkschaft. Der Kompromiss sieht demnach eine Lohnerhöhung von 13,5 Prozent mit einer Laufzeit bis August 2019 vor.

Slowakei VW Produktion (Imago/CTK Photo/Ja. koller)

Hightech-Standort - Produktionsstraße im VW-Werk Bratislava

Eine Sprecherin von Europas größtem Automobilkonzern sagte, die Beschäftigten würden an diesem Montag die Arbeit wiederaufnehmen. Die Gewerkschaft bestätigte die Einigung. "Wir beenden den Streik mit sehr erfolgreichen Verhandlungen", erklärte Gewerkschaftschef Zoroslav Smolinsky auf Facebook.

Der Kompromiss sieht demnach eine Lohnerhöhung von 13,5 Prozent mit einer Laufzeit bis August 2019 vor. Hinzu kommt ein Einmalzahlung von 500 Euro. Damit liegt der Abschluss nahe der Forderung der Arbeitnehmervertreter. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich ein Plus von 16 Prozent über einen Zeitraum von zwei Jahren verlangt. Das Angebot der Arbeitgeber lag zunächst bei insgesamt 8,7 Prozent.

Gewerkschafter und Premier im Gleichschritt

Rund 70 Prozent der Beschäftigten beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben an dem seit Dienstag laufenden Streik. Die Belegschaftsvertreter begründeten ihren Ausstand damit, dass das Automobilwerk am Stadtrand von Bratislava eines der produktivsten im weltweiten VW-Konzernverbund sei und die Mitarbeiter trotzdem nur einen Bruchteil des Lohns ihrer deutschen Kollegen erhielten. Das habe man nun 25 Jahre lang akzeptiert und VW damit hohe Gewinne ermöglicht. Nun sei Zeit für eine Beteiligung der Arbeiter an diesem Erfolg.

Nach Gewerkschaftsangaben verdienen die VW-Beschäftigten im Schnitt 1800 Euro im Monat einschließlich Boni. Die VW-Kollegen in Deutschland bekämen aber für vergleichbare Arbeit mit 4200 Euro deutlich mehr. Der Durchschnittslohn in der Slowakei liegt bei rund 980 Euro monatlich.

Der Ausstand wurde auch von der Regierung unterstützt, mit Verweis auf deutlich höhere VW-Löhne in westeuropäischen Ländern. Warum sollte ein Unternehmen, das die hochwertigsten und luxuriösesten Autos mit einer hohen Arbeitsproduktivität baut, seinen slowakischen Arbeitern die Hälfte oder ein Drittel dessen zahlen, was es den gleichen Mitarbeitern in Westeuropa zahlt?, sagte Premierminister Robert Fico.

Es war der erste Streik bei VW in der Slowakei. Dort ist der Konzern mit mehr als 12.000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Privatwirtschaft. Innerhalb des Volkswagen-Konzerns gilt der Standort als einer der modernsten und produktivsten. Dort werden Autos für fünf Marken produziert, VW, Porsche, Audi, Seat und Skoda. In den Werken laufen täglich mehr als 1000 Fahrzeuge vom Band. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt knapp 389.000 Wagen.

qu/se (rtr, afp, dpa)

 

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