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Kultur

Streifenfrei und Spaß dabei

Nie wieder Fenster putzen und trotzdem immer saubere Scheiben – der Fensterputzroboter macht’s möglich. Er präsentiert sich derzeit mit anderen nützlichen Haushaltsgenossen auf der Industriemesse Hannover.

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Care-O-bot II

Das grasgrüne Gerät, gut 40 mal 40 Zentimeter groß, das aussieht wie eine kantige Abdeckhaube, hat an der Unterseite reihenweise blaue Saugnäpfe. Mit denen wird es einfach auf die Scheibe gesetzt, und dann macht es sich von alleine auf den Weg.

Bahn für Bahn schiebt es sich schneckengleich auf der Glasscheibe entlang, am Fensterrahmen wird gewendet. An der Unterseite sind außer den Saugnäpfen noch Reinigungstuch, Gummilippe und Mikrofasertuch angebracht – sie sorgen für streifenfreien Glanz. Gearbeitet wird ganz ohne Wasser, nur die Tücher müssen von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden. Den Strom holt sich das Gerät in seiner Ladestation.

Marktreife in drei bis fünf Jahren

Zur Zeit ist der Prototyp noch so groß und schwer, dass er zur Sicherheit an einem Stahlseil befestigt ist. Aber wenn das Gerät auf den Markt kommt, wird ein "Sicherungsseil" nicht mehr nötig sein, sagt Martin Hägele, Leiter der Abteilung Robotersysteme beim Fraunhofer Institut: "Wir schätzen, dass man das in mehreren Stufen kleiner, leichter, billiger bekommen kann." Drei bis fünf Jahre Entwicklungszeit scheinen Hägele dafür realistisch. Mehr als 100 Euro sollte das Gerät dann nicht kosten, damit es sich auch verkauft.

Silber und blau ist Care-O-bot, sein Körper in etwa so groß wie eine Waschmaschine. Darauf sitzt ein Kopf mit Augen, hinter denen sich eine Kamera verbirgt. An einer Seite hat der Roboter einen beweglichen Greifarm. Care-O-bot ist ebenfalls eine Entwicklung des Fraunhofer Instituts und er ist vielseitig einsetzbar.

Care-O-bot apportiert die Fernbedienung

Er kann sprechen, Sprache erkennen und "Besorgungen" erledigen, also zum Beispiel seinem Besitzer die Fernbedienung an die Couch bringen. Allerdings sollte man nicht zu viel erwarten: "Er kann einen Menschen nicht ersetzen," sagt Hägele, "aber er kann einige Dienstleistungen übernehmen". Eine Hilfe also vor allem für ältere oder pflegebedürftige Menschen.

Care-O-bot ist auch zur Überwachung der Wohnung einsetzbar. Er kann Personen erkennen und auch als Bildtelefon dienen. Care-O-bot ist bereits das Nachfolgemodell des Prototypen, der vor vier Jahren vorgestellt wurde - bis zur Serienreife dürften noch etwa zehn Jahre vergehen.

Fingerabdruck als Schlüssel

Wesentlich schneller wird das bei einer anderen Erfindung gehen. Die Firma Enko hat ein Fingerabdrucksystem entwickelt, das autonom arbeitet und in ein kleines Kästchen passt, das etwa doppelt so groß ist wie eine Streichholzschachtel. Es kann zum Beispiel in ein Auto eingebaut werden. Das System erkennt, welcher Fahrer eingestiegen ist und stellt ihm Sitz und Spiegel passend ein.

Möglich ist auch, die Fingerabdruckerkennung mit der Wegfahrsperre zu koppeln – beim falschen Fingerabdruck bleibt der Motor aus. Der Vorteil: Man hat einen Schlüssel, den man nicht verlieren, einen Code, den man nicht vergessen kann.

Die Fehlerquote, so Enko-Geschäftsführer Ronald Brandes, sei akzeptabel, Sicherheitsprobleme sieht er nicht, denn es werden lediglich einige Charakteristika des Fingerabdrucks erkannt und abgespeichert. "Über diese Information ist der Fingerabdruck an sich nicht wieder reproduzierbar," erläutert Brandes. Durch eine sogenannte "Lebenderkennung" soll zudem sichergestellt werden, dass kein künstlicher Finger im Spiel ist.

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