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Musik

Streichquartett-Projekt IV: Edles Finale

Das Pacifica Quartet - eins der vier Streichquartette an diesem Abend (Quelle: Beethovenfest)

Das Pacifica Quartet - eins der vier Streichquartette an diesem Abend

Zum Abschluss und Höhepunkt des Streichquartett-Projekts trafen 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum gemeinsamen Musizieren zusammen. Es war eine seltene Gelegenheit, an einem Abend zwei Oktette in unterschiedlicher Besetzung zu hören.

Pacifica Quartet

Den Auftakt bildete allerdings erst einmal das Pacifica Quartet aus den USA mit dem Streichquartett op. 18/6 von Ludwig van Beethoven: das meist gespielte und populärste Quartett der Serie op. 18. Im Finale verbindet Beethoven eine Adagio-Einleitung, die er mit „La Malincolia“ (Die Melancholie) überschrieb, mit einem beschwingten Allegretto. In der Musikliteratur wird dies als „Schwanken zwischen Lust und Leid“ interpretiert.

Der Komponist György Ligeti floh 1956 nach dem Ungarnaufstand vor dem Kommunismus nach Deutschland, wo er zuerst mit Karlheinz Stockhausen in Köln im Elektronischen Studio des WDR (Westdeutscher Rundfunk) arbeitete, dem damaligen Zentrum der jungen internationalen Komponistenavantgarde.

Aus Ligetis Zeit in Ungarn stammt das einsätzige Streichquartett Nr. 1. Er gab ihm als Untertitel die Bezeichung „Métamorphoses nocturnes“ (nächtliche Metamorphosen). Dem Pacifica Quartet gelang es, sowohl die Komposition Beethovens als auch die Ligetis prägnant und sinnlich zu gestalten.

Kuss Quartett und Pavel Haas Quartett

Dimitri Schostakowitsch schrieb 1925 das aus zwei Teilen bestehende Streichoktett op. 11. Er war damals 19 Jahre alt. Musikwissenschaftler sehen es als kein Zufall an, dass er es genau 100 Jahre nach der Fertigstellung von Felix Mendelssohns Oktett op. 20 vollendete. Das „neu gebildete“ Oktett Kuss/Pavel Haas spielte äußerst brillant und auf höchstem Niveau.

Pacifica Quartet und Australian String Quartet

Im Jahr 1825 komponierte Felix Mendelssohn-Bartholdy sein Oktett op. 20 im Alter von 16 Jahren. Seine Schwester Fanny sagte, die Versen aus dem „Walpurgisnachttraum“ aus Goethes „Faust“ seien eine Inspiration für dieses romantische Werk gewesen: „Wolkenflug und Nebelflor / Erhellen sich von oben / Luft im Laub und Wind im Rohr / Alles ist zerstoben“.

Auch wenn die Klänge des Konzerts mit dem „neu gebildeten“ Oktett Pacifica/Australian längst zerstoben sind, so bleibt doch die Erinnerung an zarte Leichtigkeit und fast orchestrale Fülle. Wer das Besondere dieses Abends genießen will, der sei herzlich eingeladen, mit Audio on demand oder Podcast sein ganz persönliches Konzert zu erleben.

Programm:

Ludwig van Beethoven: Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello B-Dur op. 18/6

György Ligeti: Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 1

Dmitri Schostakowitsch: Zwei Stücke für 4 Violinen, 2 Bratschen und 2 Violoncelli op. 11

Felix Mendelssohn: Oktett für 4 Violinen, 2 Bratschen und 2 Violoncelli Es-Dur op. 20

Ausführende:

Australian String Quartet

Pavel Haas Quartett

Pacifica Quartet

Kuss Quartett

Aufgeführt am 20. September 2009 im Beethoven-Haus, Bonn und aufgenommen von der Deutschen Welle