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Welt

Strauss-Kahn kommt gegen Kaution frei

Dominique Strauss-Kahn kommt vorerst aus der Haft. Ein New Yorker Gericht hat dem ehemaligen IWF-Chef allerdings strengste Auflagen gemacht. Die Kaution: eine Million Dollar. New York darf Strauss-Kahn nicht verlassen.

Strauss-Kahn (Foto: AP)

Dominique Strauss-Kahn

Unmittelbar nach dem Richterspruch am State Supreme Court in Manhattan musste der Franzose aber erst einmal wieder in seine Einzelzelle auf der Gefängnisinsel Rikers zurück. Die Tore öffnen sich erst, wenn die Million vorliegt. Zudem muss Strauss-Kahn noch weitere fünf Millionen Dollar bereithalten, die er jedoch in Form von Bankbürgschaften hinterlegen kann.

Auf Schritt und Tritt bewacht

Der Franzose darf New York nicht verlassen. Eine Sicherheitsfirma wird nach Agenturberichten damit beauftragt, jeden Schritt Strauss-Kahns zu überwachen. Die bewaffneten Sicherheitsleute sollen über jeden Besuch und jede Bewegung Protokoll führen. Alle Reisedokumente - Strauss-Kahn hat zwei Reisepässe - werden einbehalten. Selbst die Wohnung, in der sich der frühere IWF-Chef aufhalten wird, soll mit Videokameras ausgerüstet werden. Der Richter machte deutlich, dass der Politiker beim geringsten Verstoß gegen die Auflagen wieder ins Gefängnis wandern müsse.

Dominique Strauss-Kahn mit seinem Verteidiger William Taylor, links (Foto: AP)

Der Angeklagte berät sich mit seinem Anwalt William Taylor (links)

Zuvor hatte eine Grand Jury den 62-Jährigen wegen der Misshandlungsvorwürfe offiziell angeklagt. Er soll versucht haben, im New Yorker Hotel Sofitel ein Zimmermädchen zu vergewaltigen. Die 32-Jährige hatte am Tag zuvor mehrere Stunden vor der Grand Jury ausgesagt. Die Kammer prüft die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise und urteilt dann, ob es zum Prozess kommt. Die nächste Anhörung ist für den 6. Juni geplant. Strauss-Kahn kann dann auf schuldig oder nicht schuldig plädieren.

Seine Frau kam nach New York

Strauss-Kahns Frau hat nach Presseberichten bereits eine Wohnung für sich und ihren Mann gesucht. Beide werden in Manhattan wohnen, auf Schritt und Tritt bewacht. Die in Frankreich populäre Journalistin war am Montag in New York eingetroffen. Im Gerichtssaal wirkte sie tief betroffen, eine Tochter Strauss-Kahns aus einer früheren Ehe stützte sie. Erst mit dem Richterspruch hellte sich ihre Miene auf.

Strauss-Kahn, vor einer Woche noch einer der einflussreichsten Männer der Welt, saß die letzten Tage in einer Einzelzelle auf Rikers Island, der Gefängnisinsel im New Yorker East River mit 14.000 Insassen. Schon Stunden vor der Anhörung in Manhattan hatten sich hunderte Reporter und Schaulustige vor dem Gericht versammelt. Einer der Anwälte von Strauss-Kahn zeigte sich optimistisch, dass man den Angeklagten rasch frei bekommen werde. "Er ist unschuldig. Es geht ihm gut. Er ist optimistisch und gesund", sagte Rechtsanwalt William Taylor.

Das IWF-Gebäude in Washington (Foto: AP)

Wer führt künftig den Internationalen Währungsfonds?

Ein erster Antrag des 62-Jährigen auf Haftentlassung war am Montag noch von einer Richterin wegen Fluchtgefahr abgelehnt worden. Seinen Rücktritt als Chef des Internationalen Währungsfonds hatte Strauss-Kahn damit begründet, seine Familie und zugleich das Ansehen der Finanzorganisation schützen zu wollen. Dies stelle aber kein Schuldeingeständnis dar. Strauss-Kahn galt vor der Affäre als möglicher und aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat der französischen Sozialisten. Eine Kandidatur gilt inzwischen aber als ausgeschlossen.

Autor: Marko Langer (dpa, afp, rtr)
Redaktion: Herbert Peckmann

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