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Welt

Strauss-Kahn kann auf Freispruch hoffen

Der Prozess um wilde Sexpartys mit Prostituierten gegen den Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds, Strauss-Kahn, steht vor der Entscheidung. An diesem Freitag fällt das Urteil gegen den 66-Jährigen.

Zusammen mit Dominique Strauss-Kahn sind weitere 13 Personen angeklagt. Unter ihnen sind Geschäftsleute und ein einst ranghoher Polizeifunktionär.

Ihnen wird organisierte Zuhälterei vorgeworfen. Strauss-Kahn darf aber darauf hoffen, dass das Strafgericht im nordfranzösischen Lille ihn von diesem Vorwurf freispricht.

Nichts bezahlt, nichts organisiert - sagt der Staatsanwalt

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer argumentiert, der Ex-Minister und langjährige Spitzenpolitiker der französischen Sozialisten habe weder die Prostituierten bezahlt, noch die Abende organisiert, noch von ihnen profitiert.

In dem Prozess geht es um zwölf freizügige Partys zwischen 2008 und 2011. Zuhälterei wird in Frankreich deutlich weiter ausgelegt als in Deutschland und umfasst zum Beispiel auch Prostitution, die von Dritten bezahlt oder bei Sexpartys organisiert wird.

Die Teilnahme nie bestritten

Der 2011 wegen Vergewaltigungsvorwürfen in den USA zurückgetretene Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte seine Teilnahme an einer Reihe von ausschweifenden Sexpartys in Brüssel, Paris und Washington nie bestritten. Strauss-Kahn, der in Frankreich auch kurz: "DSK" genannt wird, versicherte aber, nicht gewusst zu haben, dass die Frauen Prostituierte waren.

Dominique Strauss-Kahn

Ein Bild aus besseren Zeiten als "DSK" noch viel zu sagen und auch zu lachen hatte

Die Anklage geht hingegen davon aus, dass die Partys mit den Callgirls gezielt rund um Strauss-Kahns Terminkalender organisiert wurden. Es geht unter anderem um drei Reisen nach Washington zu einer Zeit, als Strauss-Kahn noch Chef des Internationale Währungsfonds und damit einer der einflussreichsten Männer der Welt war.

haz/sc (dpa, afp