Strafzölle gegen Bombardier in den USA gekippt | Wirtschaft | DW | 26.01.2018
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US-Wirtschaft

Strafzölle gegen Bombardier in den USA gekippt

Die US-Handelskommission lehnte die verhängten Strafzölle von fast 300 Prozent auf Maschinen des kanadischen Flugzeugbauers einstimmig ab. Die Entscheidung sorgt auch in Europa für Freude.

Mit vier zu null Stimmen entschieden die Mitglieder der US-Handelskommission ITC, dass der Vorwurf illegaler Subventionen für Bombardiers "CSeries" durch die kanadische Regierung nicht zutreffe.

Das Votum ist eine herbe Niederlage für den US-Konkurrenten Boeing - und für Präsident Donald Trump und sein Handelsministerium. Letztere hatten sich in dem Konflikt auf die Seite des US-Unternehmens geschlagen und wollten ungewöhnlich hohe Anti-Dumping-Zölle auf die Bombardier-Maschinen verhängen.

Boeing hatte Bombardier vorgeworfen, Maschinen des neuen Typs "CSeries" für 19,6 Millionen US-Dollar (15,8 Millionen Euro) zu verkaufen, obwohl die tatsächlichen Produktionskosten bei 33,2 Millionen Dollar lägen. Die US-Fluggesellschaft Delta Airlines hatte bei Bombardier 75 der Mittelstreckenmaschinen bestellt.

Freude und Wut

Die Entscheidung der Kommission zur Kontrolle unfairer Praktiken im internationalen Handel ist für die US-Regierung bindend. Dementsprechend erfreut reagierte Bombardier. Es handle sich um einen "Sieg für die Innovation, den Wettbewerb und die Rechtsstaatlichkeit", erklärte das Unternehmen.

Boeing dagegen zeigte sich "enttäuscht" darüber, dass die ITC nicht den "Schaden" anerkannt habe, der dem US-Konzern durch unfairen Wettbewerb aus Kanada entstehe.

Das US-Handelsministerium hatte die Strafzölle im Dezember verhängt. Es begründete den Schritt damit, dass Bombardier von der kanadischen Regierung in unfairer Weise subventioniert werde.

Irland Belfast Bombardier Fabrik (Getty Images/AFP/P. Faith)

Bombardier-Werk in Nordirlands Hauptstadt Belfast

Auswirkungen auf Europa

Der Fall hatte zu Spannungen zwischen den USA und Kanada geführt. So entschied sich die kanadische Regierung kürzlich gegen den Kauf von Boeing-Kampfflugzeugen.

Auch die britische Regierung hatte die Strafzölle kritisiert, da Bombardier ein Werk in Nordirland betreibt. Premierministerin Theresa May begrüßte die unerwartete Wende in dem Konflikt und bezeichnete sie als "gute Nachrichten" für die britische Industrie.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus könnte ebenfalls von dem ITC-Votum profitieren. Airbus war im vergangenen Jahr Mehrheitseigner bei Bombardier für den Bau der "CSeries" geworden. Dadurch können die Maschinen im Werk im US-Bundesstaat Alabama zollfrei gebaut werden.

"Mit dieser Entscheidung im Rücken können wir mit Hochdruck daran arbeiten, unsere Partnerschaft mit Airbus zu vollenden", teilte Bombardier mit. Die Aktien des Unternehmens legten nach dem ITC-Votum an der Börse von Toronto um 15 Prozent zu.

mak/wa (afp, dpa, rtr)

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