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Aktuell Asien

Strafmaß in der "Nuss-Affäre" geknackt

Erleichterung für die frühere Vize-Chefin der südkoreanischen KAL: Cho Hyun Ah muss wegen ihres Wutanfalls über falsch servierte Knabbersachen an Bord eines firmeneigenen Fliegers nun doch nicht ins Gefängnis.

Im Berufungsprozess um die "Nussaffäre" in einem südkoreanischen Flugzeug ist die Tochter des Chefs von Korean Air (KAL) zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Im Februar war Cho Hyun Ah wegen Verstoßes gegen die Flugsicherheit und Gewaltanwendung noch zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Ein Gericht sprach Cho nun davon frei, eine Änderung der Flugroute veranlasst zu haben, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Cho wurde demnach zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt ist.

Anfang Dezember war Cho in einem KAL-Linienflugzeug wegen der Art und Weise in Rage geraten, wie ihr Macadamia-Nüsse serviert wurden. Weil die Nüsse in der ersten Klasse in einer Tüte statt wie vorgeschrieben in einer Schale serviert wurden, hatte die 40-Jährige den Chefstewart zu sich zitiert, beschimpft und des Flugzeugs verwiesen. Die in New York schon zur Startbahn rollende Maschine musste zum Terminal zurückkehren und startete deshalb mit Verspätung.

Cho Symbol für verwöhnte Sprösslinge aus familiengeführten Unternehmen

Der Berufungsprozess hatte Anfang April begonnen. Chos Anwälte beantragten, den Vorwurf der Verletzung der Sicherheitsvorschriften fallenzulassen, die Staatsanwaltschaft forderte hingegen eine längere Haftstrafe. Nach Auffassung des Gerichts in der ersten Verhandlung befand sich die Maschine bereits "im Flug". Dies war von Chos Anwälten in Frage gestellt worden: Die Maschine habe noch nicht einmal zum Start angesetzt, ihre Sicherheit sei somit zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen.

Der Fall hatte hohe Wellen geschlagen. Cho wurde als Symbol für eine Generation verwöhnter und arroganter Nachkommen einflussreicher familiengeführter Unternehmen gesehen, welche die südkoreanische Wirtschaft dominieren. Cho trat von ihrem Posten als KAL-Vizechefin zurück, ihr Vater Cho Yang-Ho distanzierte sich von ihrem Verhalten.

sti/rb (afp, ape, dpa)